Gerwisch (tra). Werner von Barnekow klopft mit den Handknöcheln auf den uralten Baumstamm. "Der hat richtig Klang", sagt er, "und ist noch fest und stabil". Seit Jahren liegt der alte Stamm auf dem Gelände seiner Firma in Gerwisch. Und jetzt soll er zurück zu dem Ort, wo er vor rund 20 Jahren gefunden wurde.

Werner von Barnekow erinnert sich noch ganz genau. In der ersten Hälfte der 90er Jahre hatte seine Firma den Auftrag erhalten, die Fundamentgruben für die neue Autobahnbrücke über die Elbe bei Hohenwarthe auszuheben. Der Kubikmeterpreis sei in Ordnung gewesen, so der Bagger- und Baufachmann. Doch dann kam schnell die Überraschung. Mit einem normalen Bagger konnten die bis zu zwölf Meter tiefen Gruben nicht ausgehoben werden, weil man unterhalb der alten Brücke nur weniger als zehn Meter lichte Höhe hatte.

Der Bagger musste immer einen Meter Abstand nach oben haben, so Werner von Barnekow, wegen der Sicherheit. Das verlangte eine ungewöhnliche Lösung. Die Baggerfirma baute mit ihren handwerklich begabten Schlossern eine Spezialanfertigung eines Baggers. Sein Auslager konnte förmlich zusammengefaltet werden, erklärt Werner von Barnekow, weil er mit fünf Gelenken ausgestattet worden war. Nun konnte auf dieser Baustelle weitergemacht werden. Als die Baggerarbeiten bereits bei sechs Meter unter dem Flussbett der Elbe angelangt waren, förderte der Bagger etwas mächtig Langes an die Oberfläche. "Ich dachte, das wäre ein Krokodil", erinnert sich Werner von Barnekow. Der Fund erwies sich als ein versteinerter Baumstamm. Ein Museumsfachmann, der in einer ganz anderen Angelegenheit in von Barnekows Firma weilte, erkannte, dass es sich um einen versteinerten Stamm einer Steineiche handeln muss. Rund 3000 Jahre würde das Fundstück alt sein.

Der etwa fünf Meter lange und ein Meter dicke Stamm soll nun an seinen Fundort, nach Hohenwarthe, zurückkehren und dort öffentlich ausgestellt werden. Zuvor jedoch muss das wertvolle Relikt konserviert werden.