Die Tourist-Information von Möckern stellt ab dem 30. Juni ihren Betrieb ein. Das bestätigte gestern Bürgermeister Frank von Holly auf Volksstimme-Nachfrage. Der Grund: Die ARGE hat die Maßnahme der beiden Ein-Euro-Jobs nicht erneut verlängert.

Möckern. Touristen, die sich gerne die Heimatstube im Schloss Möckern ansehen wollen oder andere Informationen über die Stadt bekommen wollen, stehen somit ab Juli erst einmal vor verschlossenen Türen und müssen ihr Glück im benachbarten Rathaus versuchen.

Die zwei von der ARGE geförderten Ein-Euro-Maßnahmen, die üblicherweise ein Jahr laufen und schon verlängert worden waren, laufen aus und sollen auch nicht mit neuen Personen besetzt werden, bestätigte der Geschäftsführer der ARGE, Torsten Narr, gestern.

Auf der Suche nach Alternative

Der finanzielle Spielraum der ARGE für die Bewilligung solcher Maßnahmen sei deutlich kleiner geworden, und bei den Abwägungen die Entscheidung zu Ungunsten der Möckeraner Tourist-Info gefallen. Torsten Narr verwies aber darauf, dass man bei der Angelegenheit durchaus mit Augenmaß vorgegangen sei: "Wir haben mit Rücksicht auf das 15. Fläming-Frühlingsfest in Magdeburgerforth die beiden Stellen bis hinter diesen Festtermin verlängert." Ob es sich bei der Stellenstreichung um eine langfristige Entscheidung handelt oder in kommenden Jahren die Tourist-Information neu besetzt werden kann, vermochte Torsten Narr nicht abschließend zu sagen.

Wie es in Sachen Anlaufstelle für Touristen in Möckern kurzfristig weitergehen soll, bleibt abzuwarten. Frank von Holly: "Derzeit sehen wir noch keine Anschlusslösung und müssen daher die Info-Stelle erst einmal zu machen. Wir suchen aber nach einer anderen Lösung", sagte das Stadtoberhaupt gestern. Wie die aussehen könnte, konnte der Bürgermeister noch nicht sagen.

Das Problem: Der Betrieb einer Stadtinformation fällt haushaltstechnisch gesehen in den Bereich so genannter "freiwilliger Leistungen". Das ist jener Bereich der Stadtfinanzen, an dem zuerst gespart werden muss, wenn das Geld knapp wird. So will es die Gesetzgebung, und bekanntlich ist in Möckern das Geld knapp.

"Von den gesetzgebenden Stellen wird die Notwendigkeit von Kultur und kulturellen Angeboten immer enger eingefasst", bedauert Frank von Holly.

Denn auch in Möckern liefen die Fäden für kulturelle Veranstaltungen und die Koordination von kulturellen Aktivitäten der Vereine in der Einheitsgemeinde oft in der Tourist-Information am Rathausplatz zusammen. Besonders so kurz vor dem 112. Deutschen Wandertag, aber auch bei der Planung des Möckeraner Schlossparkfestes fällt nun ein nicht unwichtiger Stützpfeiler weg.

Erst seit Kurzem Kontinuität

Dabei fallen die Kosten für den Unterhalt der Tourist-Information vergleichsweise gering aus: Laut Frank von Holly lagen die monatlichen Miet- und Sachkosten, die von der Kommune getragen wurden, bei etwa 500 Euro. Die ARGE übernahm die Mehraufwandskosten in Höhe von 120 Euro pro Person.

Seit Mitte bis Ende der 90er Jahre hatte die Stadt die Räumlichkeiten am Rathausplatz genutzt und stets mit zusätzlichen Kräften besetzt. Erst seit zwei Jahren sei mit der Stelle einer Angestellten für Kultur und Tourismus eine Kontinuität erreicht worden.

Dass die Maßnahme der beiden Ein-Euro-Jobber auslaufen würde, war auch im Rathaus kein Geheimnis. Es sei aber schon immer bis zuletzt offen gewesen, ob die Maßnahme verlängert wird. Bisher war es gut gegangen.