Aufatmen: Salz und Splitt werden in den nächsten Tagen wieder vorrätig im Burger Bauhof sein. Doch nach dem ersten Tauwetter ist davon erst einmal keine Rede mehr. Denn der weichende Schnee bringt die ersten Straßenschäden an den Tag.

Burg. Nach dem Blitzeis vor einigen Tagen, folgte auch noch die schlechte Nachricht, dass die Salzreserven so gut wie aufgebraucht sind und auch der Nachschub ungewiss sei.

Jetzt weiß man bereits genaueres – leichtes Aufatmen beim Bauhof-Chef Horst Pötter: "Am 18. Januar bekommen wir eine neue Lieferung Streusalz. Auch Splitt bekommen wir nachgeliefert." Spätestens nächste Woche soll auch der wieder vorrätig im Bauhof sein.

Doch jetzt ist erst einmal Tauwetter angesagt. Für den Bauhof bedeutet das einerseits kurzes Aufatmen, andererseits aber auch wieder vollen Einsatz. Denn der Bauhof streut vor allem mit Splitt, um bei den Schnee- und Eisverhältnissen wieder Grip zu geben. Dieser ist so schwer, dass er bei Tauwetter nicht mit in die Kanalisation gespült wird. So bleibt er nach dem Tauen liegen und kann mit Kehrmaschinen wieder aufgenommen, gesäubert und erneut verwendet werden. "Ein großer Vorteil an Splitt", meint Pötter. Salz hingegen verflüchtigt sich mit dem Tauen. Außerdem sei der Einsatz von Salz nicht sonderlich förderlich für den guten Erhalt der Straßen. "Das Prinzip ist ganz einfach", erklärt Pötter, "wir streuen ja dann Salz, wenn noch Minusgrade oder Bodenfrost herrschen. Das Salz taut den Schnee, das Wasser läuft in die kleinen Risse der Straßen, dort gefriert es wieder. So werden aus den Rissen allmählich Löcher."

Die ersten sind jetzt bereits zu sehen. Vor allem auf der Bahnhofstraße, der August-Bebel-Straße, der Berliner Chaussee, in der Koloniestraße und an der Einfahrt zur Holzstraße. Doch auch da wurden bereits Maßnahmen eingeleitet. "Alle Löcher, die so tief sind, das sie eine Gefahrenquelle darstellen, haben wir bereits provisorisch mit Kaltmischgut geflickt", sagt Pötter. Die kleinen und flacheren Löcher werden bis zum Frühjahr warten müssen. Denn das Kaltmischgut ist nur eine vorläufige Lösung. "Es fährt sich zu schnell raus. Da wäre es Geldverschwendung, alle Löcher damit zu füllen", so Pötter.

So ist das Tiefbauamt schon jetzt damit beschäftigt, Angebote für Bitumen einzuholen, damit im Frühjahr – der Bauhofleiter hat März angepeilt – die Straßen nachhaltig mit Bitumen ausgebessert werden können. Doch bei einigen Straßen helfen auch keine Ausbesserungen mehr, weiß Pötter. "Eigentlich müssten die Grünstraße und auch die Kirchhofstraße einen komplett neuen Belag bekommen", räumt er ein. Die Mittel dafür sind beantragt, doch weiß er nicht, ob sie bewilligt werden. "Das Geld ist nun einmal knapp", weiß auch er.

Aber noch ist der Winter nicht vorbei. Bleibt erst einmal abzuwarten, ob uns eine zweite Schnee- und Eiszeit ereilt, und wie dann die Straßen nach einem zweiten Tauen aussehen. Denn bisher ist der Schaden nicht höher als nach dem vergangenen Winter, kann Pötter nach vielen Straßensichtungen bereits einschätzen.