Biederitz (thö). Spaziergänger machten am Sonnabend in Biederitz an der Ehle eine ungewöhnliche Entdeckung. Ein Schwan schwamm dort auf der Ehle. Aus seinem Schnabel hing eine Pose. Offenbar störte auch das Jungtier der Fremdkörper. Die Bürger verständigten im Ort Kreisbrandmeister Walter Metscher, der sich zunächst einmal den Schwan ansah.

Das Jungtier, welches immer noch ein dunkles Gefieder hatte, schüttelte immer wieder den Kopf, in der Hoffnung, so den Haken mit der Angelsehne und der Pose abzuschütteln. Allerdings gelang dies nicht. "Wir müssen das Tier erst einmal einfangen", entschied Walter Metscher. Also rief er seine Kameraden der Feuerwehr Biederitz herbei. Außerdem organisierten die Bürger etwas Weißbrot, um das Tier mit Futter anzulocken.

Dabei zeigte sich der Schwan recht zutraulich. Die Brotkrumen verschlang er begierig. Mit mehreren Kameraden, zum Teil ausgerüstet mit Wathosen, machten sich die Feuerwehrleute an den Fang des Schwans. Zunächst wollten wie ihn mit einem Netz erwischen. Das gelang allerdings nicht. Außerdem hatten sie noch Decken dabei. Immer wieder lockten sie das Tier an das Ufer. Einer der Feuerwehrleute ging dann schnurstracks auf den Schwan zu und ergriff ihn. "Das war ziemlich leicht", zeigte sich Walter Metscher erleichtert. Offenbar war das Tier auch bereits geschwächt. Mit dem Fremdkörper im Schnabel muss der Schwan bei der täglichen Nahrungssuche gestört gewesen sein, vermutete er. Zwar zischte der Schwan in den Händen der Helfer. Allerdings blieb ihm nichts weiter übrig, als die Tortur über sich ergehen zu lassen.

Zunächst einmal schauten die Feuerwehrleute dem Tier in den Hals, auf der Suche nach dem Angelhaken. "Das Tier hat wahrscheinlich ein Angelhaken verschluckt und hing dann wohl bei einem Angler an der Angel. Der wusste sich wohl kaum besser zu helfen, als die Angelschnur zu durchtrennen", meinte Metscher.

In dem kleinen Hals konnten die Kameraden den Angelhaken nicht erkennen. Zunächst versuchten sie mit einer langen Zange an das Metallstück zu gelangen. Allerdings erwies sich die Mühe als vergebens.

Die Feuerwehrleute entschieden sich dann, den Schwan zu einem Tierarzt zu bringen, sagte Walter Metscher gestern. Der Arzt untersuchte das Tier eingehend. Allerdings konnte auch er den Angelhaken nicht finden. "Nach Auskunft des Arztes befindet sich der Haken bereits im Magen des Schwans", erklärte Metscher weiter.

Der Arzt konnte lediglich die Angelsehne sehr tief im Hals des Tieres durchtrennen. Anschließend nahmen die Feuerwehrleute den Schwan wieder in ihre Obhut. "Wir haben ihn zum Gerätehaus mitgenommen und dort etwas aufgepäppelt", beschrieb der Kreisbrandmeister weiter. Gierig habe das Tier demnach das ihm angebotene Brot verschlungen.

Ob der Schwan allerdings die kommenden Tage überleben wird, sei noch offen. "Der Bürgermeister hat entschieden, den Jagdpächter zu informieren", erklärte er weiter. Der Jäger solle dann entscheiden, ob das Tier eine Überlebenschance habe.

Bilder