• 20. Mai 2013


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Neueingewanderter Wasservogel fällt nicht unter das Bundesjagdgesetz und darf daher nicht bejagt werden


Wenn Gänse vom Nil in Hohenziatz die Schwäne verjagen, ist auch Loburgs Storchenvater betrübt

24.07.2012 04:23 Uhr |


Von Stephen Zechendorf


Nilgänse paddeln auf dem ehemaligen Badeteich von Hohenziatz.

Nilgänse paddeln auf dem ehemaligen Badeteich von Hohenziatz. | Foto: Stephen Zechendorf Nilgänse paddeln auf dem ehemaligen Badeteich von Hohenziatz. | Foto: Stephen Zechendorf

Seit sich auf den Hohenziatzer Seen auch Nilgänse zu Hause fühlen, haben die Schwäne dort keine Ruhe mehr.

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Hohenziatz l Am Anfang war man in Hohenziatz schon stolz auf die exotischen Gäste: "Auf dem Dorfteich sind Nilgänse!", berichtete der damalige Ortsbürgermeister Dieter Pilz. Zu dieser Zeit mehrten sich Meldungen dieser Art auch in der Volksstimme. Doch die anfängliche Begeisterung ist einer gewissen Sorge gewichen: Die Nilgänse vertreiben offenbar die Schwäne. Und auf die ist man in Hohenziatz auch besonders stolz.

Nahezu täglich schaut Dieter Pilz nach "seinen" Schwänen, er beobachtet, wie die Jungtiere sich entwickeln und hat auch schon das Vertrauen der Tiere erhalten. Dass nun die Nilgänse den Schwänen zu schaffen machen, dem will Pilz nicht tatenlos zusehen. "Wenn die Schwäne auf dem See schwimmen, kommen gleich die Gänse an und vertreiben sie", hat Pilz mehrfach beobachtet.

Seine Beobachtungen hat er inzwischen dem Loburger Ornithologen Dr. Christoph Kaatz geschildert. Der weiß, dass die eigentlich aus Afrika stammenden Nilgänse recht aggressiv sein können. Die robusten Tiere haben auch schon mal einen Storchenhorst besetzen wollen, konnten aber von den Adebaren erfolgreich vertrieben werden. "Wir werden vermutlich mit den Nilgänsen leben müssen", befürchtet Christoph Kaatz.

Tierarten, die fern ihrer ursprünglichen Lebensräume neu heimisch werden, nennt man Neozoen. Das Problem bei solchen Neubürgern ist, dass sie oft die heimischen Rassen dominieren und deutliche Auswirkungen auf das hiesige Naturgefüge haben können. So geschehen etwa nach der Freilassung von Amerikanischen Minks aus einer Nerzfarm bei Grabow, welche den seltenen Europäischen Nerz noch weiter zurückdrängten und in der Lage sind, ganze Brutkolonien von Wasservögeln zu vernichten.

Der Loburger "Storchenvater" möchte daher in einer Expertenrunde klären, welche Möglichkeiten es im Falle der Nilgänse gibt. Dabei könnte auch der Jagdstatus der Nilgänse thematisiert werden. Als nicht einheimische Tierart fällt die Nilgans nicht unter das geltende Jagdrecht, darf also nicht bejagt werden. In Sachsen-Anhalt ist eine deutliche Zunahme von Nilgänsen festgestellt worden, heißt es in den Fachzeitschriften. Der Naturschutzbund NABU fordert schon seit Jahren die Aufnahme der Nilgans in das Bundesjagdrecht. Problematisch bei der Bejagung bliebe aber die rege Brutaktivität der Wasservögel: Die anpassungsfähigen Nilgänse brüten teilweise bis zu drei Mal im Jahr und "führende Elterntiere" dürfen laut Jagdrecht nicht bejagt werden.



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Copyright © Volksstimme 2013
Dokument erstellt am 2012-07-24 04:23:57
Letzte Änderung am 2012-07-24 04:23:57

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