Anika Tusch aus Hohenseeden ist ein fröhliches Mädchen. Dass sie zudem sehr sportlich ist, bewies sie kürzlich bei einem Festival in Magdeburg. Teilgenommen hatten mehr als 200 junge Menschen mit Down-Syndrom.

Hohenseeden/Magdeburg l Anika (23) zeigt stolz ihre Medaille. Zu recht, schließlich ist die Plakette aus Gold und wurde ihr von André Willms, dem Olympiasieger im Rudern, persönlich überreicht. Das war vor einigen Tagen beim Down-Sportlerfestival in Magdeburg. Bei diesem ganz besonderen Sportfest dürfen nur Menschen mit Down-Syndrom mitmachen. "Im Vergleich mit anderen haben sie meistens das Nachsehen, weil bei ihnen eben alles etwas länger dauert", sagt Mitorganisatorin Cornelia Färber. "Laufen, Springen, Fußball, sich miteinander zu messen macht ihnen genauso viel Spaß."

Anika war bereits zum zehnten Mal dabei. Aus den vielen Angeboten hatte sie sich dieses Mal für das Tanzen entschieden. Ihre Gruppe hat den Vormittag damit verbracht, eine Choreografie zu erlernen.

Kurz vor dem Auftritt ist Anika die Ruhe selbst. "Wir haben gut geübt", sagt sie, bevor sie sich auf den Weg ins Innere der Hermann-Gieseler-Halle macht. Und sie soll recht behalten. Alles klappt, und das Publikum belohnt die Tänzer mit viel Beifall. Nicht nur Anikas Augen strahlen: "Dafür bin ich gerne heute früh um halb sieben aufgestanden", sagt ihre Mutter Gabriele Tusch. Sie freut sich, dass dank des Magdeburger Stadtsportbundes auch in diesem Jahr ein Sportfest für Menschem mit Down-Syndrom stattfinden konnte. Der Hauptsponsor Hexal hatte sich aus dem Projekt zurückgezogen und so stand die Veranstaltung vor dem Aus. "So ein Fest gibt es sonst nur noch in Frankfurt, da hätten wir deutlich früher aufstehen müssen." Das sehen die 220 Sportler, die am Sonnabend nach Magdeburg gekommen sind genauso. Für alle gab es Urkunden und Medaillen. Anika wird ihre zu den anderen in ihrem Zimmer hängen. "Und im nächsten Jahr hole ich mir hier die elfte Medaille."