Ab sofort werden die Kita Zwergenland und die angrenzende Turnhalle in Kakerbeck mit Biowärme eines privaten Agrarbetriebes versorgt. Gestern wurde der Hebel der Wärmeübergabestation offiziell aufgedreht.

Kakerbeck l "Es ist schön warm bei uns", versicherte Kakerbecks Kitaleiterin Marion Ebeling gestern schmunzelnd. Denn an sich ist es vielleicht nichts Besonderes, wenn in einer Kindertagesstätte angenehme Temperaturen herrschen - in diesem Fall ist es das aber doch: Seit gestern nämlich wird die Kakerbecker Kita Zwergenland, wie auch die angrenzende kommunale Turnhalle, mit Bioenergie beheizt. Die Wärme stammt aus der Biogasanlage der Agrargenossenschaft Kakerbeck. Die Wärmeübergabestation wurde innerhalb weniger Monate in einem Raum der Turnhalle installiert. Von dort aus werden beide Einrichtungen nun mit Energie aus erneuerbaren Rohstoffen beheizt.

Das Projekt ist das erste seiner Art in der Einheitsgemeinde. "Als privater Investor waren Sie schneller als die Behörde. Sie haben damit die Fackel übernommen", lobte Bürgermeister Karsten Ruth die beiden anwesenden Vorstandsmitglieder des Agrarbetriebes, Stefan Middendorf und Petra Reisener. Denn nun, davon sei er überzeugt, so Ruth, werde das Projekt - das der Stadt auch wesentliche Kosteneinsparungen bescheren soll - sicher Nachahmer finden.

Und es passe "einfach super ins Konzept der Stadt", erinnerte Ruth. Schon lange hat sich Kalbe die Nutzung von erneuerbaren Energien auf die Fahnen geschrieben. Ziel ist, in naher Zukunft einmal alle kommunalen Gebäude zu 100 Prozent mit umweltfreundlichem Strom und Heizungsenergie zu versorgen. In Kakerbeck ist nun der erste Schritt in diese Richtung getan.

Ruths Dank für die diesbezügliche konstruktive und unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Ortschaftsrat und Unternehmen gab dessen Vorstand Stefan Middendorf schließlich auch gleich an Ruth und seinen Kollegen, Ortsbürgermeister Ulf Kamith, zurück. "Ich denke, wir können mit der neuen Anlage ein positives Zeichen setzen, auch im Hinblick auf weitere Nutzer", so Middendorf. Denn neben der Eigennutzung zur Beheizung der Ställe und Bürogebäude, könnten auch noch weitere Objekte mit dem umweltfreundlichen Biogas beheizt werden. Immerhin produziert die Anlage rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Energie im Jahr.

Ein Teil davon sorgt nun aber erst einmal für angenehme Temperaturen beim Training der Sportler in der Turnhalle und in den Räumen von Kindergarten und Hort. Dass "die jüngsten Kakerbecker auch von der Bioenergie profitieren", freute schließlich Genossenschaftsvorstand Petra Reisener besonders. "Die Jüngsten wachsen damit auf", erinnerte sie in ihrer Ansprache. Und so begrüßte sie auch die fünf "Zwerge" besonders herzlich, die gestern aus dem Zwergenland zur Eröffnung gekommen waren. Tim Gelombeck aus Winkelstedt durfte schließlich auch den Hebel betätigen, der das umweltfreundliche Biogas strömen ließ.

Da besonders die Kita heizungstechnisch ein "sensibler Bereich" sei, habe man aber auch auf eine Ausfallsicherheit, Wert gelegt, betonte Ruth. Im Falle einer Störung oder bei Wartungsarbeiten kann die Kita auch über eine Erdgasheizung versorgt werden. Alles in allem verspreche er sich aber eine deutliches Einsparpotenzial durch die neue Energie.

Sparen will die Stadt allerdings auch in der Turnhalle. Und zwar nicht nur durch den Anbieterwechsel, sondern auch durch umfangreiche Dämmarbeiten, die demnächst fortgesetzt werden sollen. Daran erinnerte Ortsbürgermeister Ulf Kamith gestern noch einmal. Nur durch "eine konsequente Fortsetzung dieser Baumaßnahme könnte das Sparpotenzial zugunsten des Stadtsäckels schließlich auch ausgeschöpft werden, bestätigte Bürgermeister Ruth.