Der Zichtauer Ortschaftsrat würde den Ortsbürgermeistern der neu hinzugekommenen Gemeinden 75 Prozent ihrer bisherigen Aufwandsentschädigung zugestehen. Ihr Votum soll Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke nun dem Stadtrat mitteilen. Hilfe benötigt Zichtau demnächst vom Bauamt der Stadt. Mehrere große Bäume im Waldbad sind kürzlich umgestürzt.

Zichtau. "Gleiches Recht für alle", fordert Hans-Henning Weichert und will diesen Grundsatz auf die Aufwands- entschädigungssatzung der neuen Stadt Gardelegen angewendet wissen. Der Zichtauer Ortschaftsrat "hätte nichts gegen die 75-Prozent-Regelung, es sei denn, der Rat hört auf zu arbeiten." Weicherts Meinung schloss sich auch Torsten Bombach an. "Es tut sich nichts, wenn kein Ortschaftsrat da ist", so Bombach. Sicher gebe es viele Argumente dafür, den Ortsbürgermeistern der zwangseingemeindeten Dörfern weniger zu geben, als jenen, die in der freiwilligen Phase kamen. Dennoch sei es "jetzt wichtig, dass die Räte aktiv bleiben". Jene drei Dörfer, die sich gegen eine Ortschaftsverfassung ausgesprochen hatten (Jävenitz, Jerchel und Kassieck), "werden noch erkennen, dass das nicht klug war", zeigte Bombach überzeugt.

Zudem sei das Arbeitspensum der Ortschafträte kaum spürbar weniger geworden, als vor der Eingemeindung, so die Überzeugung von Gisela Pfeil. "Wir dachten immer, wenn wir Stadt sind, haben wir weniger zu tun." Schaue sie auf das vergangene Jahr zurück, könne sie das indes nicht behaupten.

Eine Meinung, die auch Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke teilt. "Allerdings glaube ich nicht, dass wir die Norm sind." Denn das Engagement des Zichtauer Rates sei vermutlich größer, als das von etlichen anderen Ortschaftsräten.

Eine Weiterzahlung der Bürgermeisterentschädigung in Höhe von 75 Prozent – soviel erhält sie selbst – sei allerdings auch ihr Votum, so Läsecke. "Ich ärgere mich immer über Ungleichbehandlungen." Auch das Argument, dass einige Ortschaften weniger und andere mehr Schulden mit in die neue Großgemeinde bringen, sei für sie nicht nachvollziehbar. Manche Gemeinden hätten schließlich keine Einrichtungen unterhalten müssen, andere dafür schon. "Würde man die Entschädigung danach berechnen, müsste ich Null Euro bekommen."

Läsecke, die während der ersten Stadtratssitzung am 31. Januar aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein wird, will dem Stadtrat nun zu diesem Termin den 75-Prozent-Vorschlag ihres Ortschaftsrates vorlegen. "Und ich hoffe, dass es nicht noch mal so ein Theater gibt." Viele Bürger würden dann denken: "Denen geht es nur ums Geld."

Nicht ums Geld, sondern um technische Hilfeleistung werden die Zichtauer allerdings das städtische Bauamt bitten müssen. Denn im Waldbad sind kürzlich zwei große Bäume umgestürzt. Einer der Laubbäume mit einem Durchmesser von mehr als einem halben Meter liegt direkt neben dem Becken.

In Eigeninitiative, wie zunächst geplant – "Wir wollten die Stadt damit eigentlich nicht belasten", so Gisela Pfeil – sei die Beseitigung der Bäume indes nicht zu regeln. "Dazu brauchen wir Fachkräfte", sagte Läsecke. Sie wird nun das Bauamt bitten, sich den Zustand vor Ort anzuschauen. Dass umstürzende Bäume nicht noch mehr Schaden anrichteten, hätten die Zichtauer der klugen Voraussicht des Ortschaftsrates zu verdanken, so Läsecke. Noch im Dezember hatte der nach einer Überprüfung zahlreiche Bäume auf dem Friedhof beschneiden lassen. Läsecke: "Die wären uns mit der Eislast, die Ende Dezember auf allen Bäumen lag, direkt auf das Dach der Trauerhalle gefallen".