Zum ersten Mal haben der Förderverein Historische Region Lindstedt und die Bogenschießsparte des Sportvereins Wacker Lindstedt zu einer gemeinsamen Neujahrsveranstaltung auf das Gut eingeladen. Sie könnte Tradition werden.

Lindtedt l Mitten auf dem Lindstedter Gutshof steht ein Bagger. Er wartet darauf, wieder zum Einsatz zu kommen und die letzten Reste der alten LPG-Halle wegzuräumen. Sie verschwindet im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme im Zuge des Windparkbaus. Doch am Neujahrstag bewegt sich die Schaufel keinen Millimeter. Bewegung gibt es hingegen für die Mitglieder des Fördervereins Historische Region Lindstedt und der zum Sportverein gehörenden Sparte "Traditionelles Bogenschießen". Gemeinsam haben sie erstmals zu einem Tag der offenen Tür auf das Gut eingeladen.

Und das Angebot wird recht rege genutzt. Gibt es doch nicht nur die Gelegenheit, sich in dem nach historischem Vorbild umgestalteten Obergeschoss des Gutshauses umzusehen, sondern sich auch selbst beim Bogenschießen auszuprobieren. Bei Bedarf wird das Sportgerät gestellt.

Doch viele haben ihre eigenen Bögen und Pfeile dabei. Schließlich zählt die Sparte des Lindstedter Sportvereins, die vor rund zwei Jahren gegründet worden ist, schon 15 Mitglieder. Und die haben bereits rund 35 sogenannte 3-D-Tiere angeschafft. Damit wird auch am Neujahrstag in der Lindstedter Gutsscheune ein Parcours aufgebaut. Und in diesem gibt es gegen Ende nicht nur einen internen Wettbewerb der Spartenmitglieder, sondern zuvor dürfen sich auch schon die Besucher an einigen Zielfiguren ausprobieren. Am liebsten wird jedoch auf die 18 Meter entfernte Scheibe gezielt. Und besonders spannend ist es dann nachzuschauen, in welchem Ring denn der Pfeil gelandet ist.

Wie Spartenleiter Ronny Böhm mitteilt, würden sich die Bogenschützen schon jetzt auf den 26. April freuen. Da finde nämlich die nächste, offene Veranstaltung des Kellerbusch-Cups statt. Und dabei werde dann in einem weit gesteckten Parcours unter freiem Himmel gewetteifert.

Während Böhm und seine Vereinskameraden für den sportlichen Teil der Neujahrsveranstaltung zuständig sind, berichtet Marcel Heins, Vorsitzender des Fördervereins, vom Stand der baulichen Veränderungen auf dem Gutshof. Dort ist neben der großen Scheune zum Beispiel das alte Spritzenbackhaus hergerichtet worden. In etwas weiterer Entfernung entsteht die Nachbildung jenes Fluchtturmes mit Trockeneinstieg, den es mal auf dem Gut gegeben haben soll. Denn in alten Fundamenten sind Hinweise darauf entdeckt worden. Heins hofft, dass das Bauwerk spätestens 2018 seiner Bestimmung übergeben werden kann. Ob dies gelingt, hängt nicht nur von der Anzahl an Eigenleistungen, sondern auch von den finanziellen Modalitäten der neuen Leader-Förderperiode ab. Sie beginnt in diesem Jahr.

Mit Leader-Mitteln sind bereits das Spritzenbackhaus und das Obergeschoss des Gutshauses hergerichtet worden. Und vielleicht, so der Fördervereinsvorsitzende auf dem Weg nach draußen, finde sich ja auch ein Sponsor, mit dessen Hilfe die historische Treppe des Gutshauses wieder aufgearbeitet werden könne. Doch dazu bedürfe es auch noch einiger Absprachen mit der Denkmalschutzbehörde. Ohne die läuft nämlich nichts auf der historischen Anlage, deren Optik lange Zeit von der riesigen Halle mit Asbestdach verschandelt worden war. Doch nun kann der Bagger wieder seine Arbeit verrichten.

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