Sie hat schon Praktika an der Kalbenser Sekundarschule absolviert, hat sogar ihre Bachelorarbeit über ein dortiges Thema geschrieben. Nun jedoch ist Susann Appelmann komplett in der Bildungseinrichtung tätig. Sie hat die Vertretung für die im Mutterschutz befindliche Schulsozialarbeiterin Juliane Pelka übernommen.

Kalbe l "Für mich ist es eine gute Gelegenheit, auch einmal in einem anderen Metier tätig zu sein." Mit diesen Worten begründet die angehende Sonderschulpädagogin Susann Appelmann, warum sie sich entschieden hat, für ein Jahr die Vertretung für die Kalbenser Schulsozialarbeiterin Juliane Pelka zu übernehmen. Diese befindet sich seit kurzem im Mutterschutz.

Susann Appelmann hat im Dezember ihre neue Aufgabe an der Kalbenser Sekundarschule übernommen. Die dortige Schulsozialarbeit erfolgt über ein Programm, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Landes finanziert wird und das vor allem ein Ziel verfolgt: Schulversagen zu vermeiden. Ende Juli allerdings läuft dieses Programm erst einmal aus. Doch nicht nur Susann Appelmann hofft auf eine Verlängerung.

Nach neun Jahren, in denen sie auswärts lebte, ist sie nun extra in ihre frühere Heimat Kalbe zurückgekehrt, um dort die Stelle der Schulsozialarbeiterin zu übernehmen. Bereits im Alter von 17 Jahren war sie nach Celle in Niedersachsen gewechselt, hatte dort in einem Fachgymnasium mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik das Abitur gemacht und dann ein freiwilliges soziales Jahr an einer, von der Lebenshilfe betriebenen, Schule für Geistigbehinderte absolviert. Dort, so sagt sie, sei dann endgültig der Wunsch in ihr gereift, das Fach Sonderschulpädagogik zu studieren. Und diesen Wunsch setzte Susann Appelmann anschließend an der Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Universität in Hannover erfolgreich um.

Doch zwischendurch kehrte die junge Frau immer wieder in die Milde-Stadt zurück. Schließlich lebt dort die Familie. Mutter Cornelia ist Lehrerin an der Kal- benser Sekundarschule. Und hier absolvierte die Tochter dann auch einige studienbegleitende Praktika. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie schließlich über das Thema "Soziale Integration eines Mädchens mit Down-Syndrom". Denn an der Sekundarschule Kalbe gibt es ein solches Projekt.

Um jedoch künftig als Lehrerin arbeiten zu können, bedurfte es auch einer Masterarbeit. Und die hat Susann Appelmann vor wenigen Wochen abgegeben. Inzwischen ist sie auch ganz offiziell exmatrikuliert.

Zu den ersten Aufgaben der neuen Schulsozialarbeiterin gehörte es in den vergangenen Tagen, Sponsoren für das diesjährige Lerncamp zu suchen (Bericht unten). Außerdem hat Susann Appelmann sich in sämtlichen Klassen vorgestellt und hat auch Info-Schreiben an die Schüler verschickt. Ihnen, bei Bedarf aber auch ihren Eltern, möchte sie in den kommenden Monaten eine ständige Ansprechpartnerin sein. Zudem möchte sie ihnen Nachhilfe gewähren. Der Bedarf dafür sei recht hoch, wie die junge Frau nach den ersten Wochen im Amt einschätzt. Bei ihrer Tätigkeit, so betont sie, arbeite sie jedoch eng mit der Schulleitung und mit den Lehrern zusammen.

Wohin es sie nach ihrer Tätigkeit an der Kalbenser Schule verschlägt, das vermag Susann Appelmann noch nicht zu sagen. "Ich bin da für alles offen", so ihre Worte. Aber auf jeden Fall möchte sie anschließend ein Referendariat machen. Denn das ist Voraussetzung, um den Beruf der Sonderschulpädagogin ausüben zu können. Und genau das ist der große Wunsch der 27-jährigen Kalbenserin.