Als erster Ortsverband haben am Mittwoch die Linken ihre Kandidaten für die Stadtratswahl am 25. Mai benannt. Neun Mitglieder der Basisgruppe gehen ins Rennen. Bis Ende Februar können sich noch Sympathisanten melden, die sich über die Liste der Linken aufstellen lassen möchten.

Gardelegen l Sie hoffen auf Verstärkung aus den Reihen der Bürger, "denn wir haben eine komplett offene Liste", versicherte Andreas Höppner, zweiter Landesvorsitzender und Mitglied des Sprecherrates der Gardeleger Ortsgruppe der Linken. Über Sympathisanten würde man sich freuen. Erst nach dem 22. Februar will der Ortsverband die Liste in der Stadtverwaltung einreichen. "Bis dahin können sich interessierte Bürger also noch bei uns melden", machte Sprecherratskollege Frank Roßband klar. Eingeladen waren sie zwar schon zur jüngsten Nominierungssitzung. Gekommen war indes noch niemand.

Roßband hatte die Genossen am Mittwochabend in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität zudem zur ersten Zusammenkunft in diesem Jahr begrüßt. Neben der Wahl ging es ihm und seinen Kollegen des Sprecherrates auch noch einmal um einen Rückblick auf das vergangene und einen Ausblick auf das kommende Jahr.

So erinnerte Roßband an einige der insgesamt 34 Aktionen besonders. Vor allem lobte er das große Engagement der Linken-Ortsgruppe im friedlichen Protest gegen die CO2-Verpressung. Hier beteiligte sich die Gruppe an den Pflanzaktionen der Bürgerinitiative "Kein Co2-Endlager Altmark": "2013 war jeder dritte Pflanzer ein Linker", zeigte sich Roßband erfreut. In Zichtau sei im vergangenen Jahr der 50000. Baum gepflanzt worden. 8000 waren es 2013.

Als sehr erfolgreich bezeichnete Roßband weiterhin die öffentlichen Themenstammtische, zu denen sich der Ortsverband jeweils kompetente Gesprächspartner eingeladen hatte. Und hier gab es sogar Erfolge für die Gardeleger zu verzeichnen: Zwei Vorschläge zur Strompolitik habe die Landespartei sogar in ihren Forderungskatalog zur Energiewende aufgenommen. "Wir können zwar nicht die ganze Welt verändern, aber wir können Mut machen", erinnerte Roßband.

Den Rückblick auf die Fraktionsarbeit der Linken im Stadtrat hielt schließlich Fraktionschef Ralf Linow. Die Fraktion habe in den vergangenen vier Jahren viele Initiativen eingebracht und auch etliche davon durchsetzen können, betonte er. Linow erinnerte zum Beispiel an die "erfolgreiche Mitwirkung am Konsolidierungskonzept" oder die Einführung eines Energiebeauftragten. Andere Anträge, so wie jener, das Bäder-Eintrittsgeld für Kinder unter sechs Jahren zu streichen, habe indes keine Mehrheit gefunden. Die "zweitkleinste Fraktion habe sich "nie verbiegen lassen", so Linow, "auch im neuen Stadtrat sollte die Linke die Opposition bilden."

Für ihr Wahlprogramm wollen die Kandidaten demnächst einen Flyer erstellen. Sprecherratsmitglied Reinhard Höppner riet den Genossen, sich hier mit einer breiten Themenpalette aufzustellen. Zudem sollte im Wahlprogramm dargelegt werden, wie groß die Unterschiede zwischen Landes- und Kommunalpolitik bei anderen Parteien seien. So würden bei wichtigen Themen die Kommunalpolitiker im Stadtrat oft entgegen dem Entscheid ihrer Landespartei abstimmen. Das, so Höppner, "sollten wir deutlich offenlegen."