Solpke (cah) l "Das Ganze hat sich etwas entkrampft", schilderte gestern Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends die Situation in Sachen Turnhalle Solpke. Die ursprünglich für Donnerstag geplante Beratung mit Vertretern des kreislichen Bauordnungsamtes sei zwar verschoben worden, dennoch sei avisiert worden, dass es seitens des Bauordnungsamtes mit großer Wahrscheinlichkeit keine Forderungen geben wird, was beispielsweise den Einbau von Prallschutzwänden betreffe. Es handele sich um eine alte Halle, die Bestandsschutz habe, sagte Behrends.

Das Bauordnungsamt allerdings bestehe darauf, dass ein Prüfstatiker aus Magdeburg hinzugezogen werden müsse. Der soll nun feststellen, ob eine Reparatur der Dachbinder der Halle möglich ist. "Eventuell können wir mit relativ geringen Mitteln das Problem lösen", zeigte sich Behrends gestern etwas erleichtert und zuversichtlich.

Und das sah am Anfang der Woche noch ganz anders aus. Nach einem Dachbinderbruch der Halle hatte die Stadt Anfang Dezember des vorigen Jahres die Halle sperren lassen. Zunächst war unklar, ob eine Reparatur überhaupt möglich ist.

Keine Komplettsanierung

In Solpke wurde bereits befürchtet, dass die Stadt die Halle aus Kostengründen gar abreißen lassen werde. Am Montagabend im Bauausschuss lagen erste Zahlen vor, die die Befürchtungen der Zuhörer - Mitglieder des SV Komet Solpke und Ortsbürgermeisterin Bärbel Goecke - noch verstärkten. Eine normale Reparatur sei aus Sicht von Statikern nicht machbar, hieß es. Sämtliche Dachbinder seien kaputt. Das Dach müsse komplett erneuert werden. Eine zweite Variante sei die Sanierung der Halle für 970000 Euro. Eine weitere Variante sah die Verkleinerung der Halle vor, die aber auch nicht wesentlich kostengünstiger sei als die Sanierung, da ein Giebel neu errichtet werden müsse. Diese Möglichkeiten hatte Behrends am Montagabend im Bauausschuss vorgestellt, verwies aber gleich auf eine Beratung am Dienstag mit einem Planungsbüro aus Weimar, das sich unter anderem auf solche Problemfälle wie in Solpke spezialisiert habe. Nach dem Lokaltermin am Dienstag hatte Behrends bereits verkünden können, dass entgegen ursprünglicher Annahmen wohl doch eine Reparatur der Dachbinder ausreichend sein könnten. Am Donnerstag sollten mit dem Kreis-Bauordnungsamt noch weitere Details besprochen werden. Dazu gehörte auch der finanziell aufwändige Einbau von Prallschutzwänden (wir berichteten).

Die Turnhalle Solpke war auch Thema im Finanzausschuss am Mittwochabend. Und in der Tendenz zeigte sich, dass Verwaltung und Kommunalpolitik für einen Erhalt der Halle sind. Bürgermeister Konrad Fuchs: "Wir werden alle Mittel und Möglichkeiten prüfen, um zu gewährleisten, dass die Halle für den Vereinssport weiter genutzt werden kann. Wir hoffen, dass wir eine vertretbare Finanzierung für die Reparatur finden werden."