Die vom Vorstand des Tourismusvereines Region Gardelegen beantragte Auflösung des Vereines ist zunächst vom Tisch. Allerdings muss es dem Verein gelingen, Mitglieder für einen neuen Vorstand zu gewinnen. Der bisherige Vorstand lehnt eine Weiterarbeit ab.

Gardelegen l Viel Emotionalität, teils heftige Schelte gegen Stadt und Bürgermeister Konrad Fuchs und das Bemühen, Vereinsmitglieder zu finden, die den künftigen Vorstand stellen sollen - die Jahreshauptversammlung des Tourismusvereines Region Gardelegen am Freitagabend im Landgasthof Berge war dieses Mal keine der üblichen Vereinsversammlungen mit Rechenschaftsbericht und Vorstandswahl. Es ging um die Auflösung des Vereines 22 Jahre nach seiner Gründung. Beantragt hatte die der Vorstand, der für eine erneute Wahlperiode komplett nicht mehr zur Verfügung stand - aus beruflichen, privaten und gesundheitlichen Gründen.

Wie es sich herausstellte, war die Kündigung der Nutzungsrechte für das Salzwedeler Tor, bis Ende 2013 Sitz des Vereines, nicht ursächlich der Grund für den Antrag des Vorstandes. "Der Verein hat auch ohne das Salzwedeler Tor Probleme", bekannte Andreas Schreiber vom Vorstand. "Das Salzwedeler Tor ist nicht der Grund, warum wir heute über die Zukunft des Vereines reden", betonte Ingolf Arndt, stellvertretender Vorsitzender des Vereines. "Die Diskussion über die Zukunft des Vereines führen wir schon lange", bestätigte auch Vereinsvorsitzender Harald Storz. Wobei alle unisono den Verlust des Vereinsdomiziles beklagten, kritisierten und ihr Unverständnis äußerten, wie die Stadt mit dem Verein umgegangen sei (Meinungsäußerungen im unteren Bericht).

Geheime Abstimmung

Nach gut zweieinhalb Stunden war die Versammlung beendet mit dem Ergebnis, dass sich der Verein zunächst nicht auflösen wird. Genau genommen waren es zwei Versammlungen hintereinander, denn für den Auflösungsbeschluss hätte es eine Zweidrittelmehrheit geben müssen. Die konnte es nicht geben, da von 75 Vereinsmitgliedern nur 41 stimmberechtigte anwesend waren. So folgte nach der ersten Versammlung eine zweite Versammlung mit Abstimmung über den Antrag des Vorstandes, denn nunmehr hätte die einfache Mehrheit gereicht.

Abgestimmt wurde geheim. 31 Vereinsmitglieder sprachen sich gegen die Auflösung auf, zehn dafür.

Erste Meldungen auf eine Mitarbeit im neuen Vorstand gab es bereits. Ihre Bereitschaft signalisierte beispielsweise Carola diPol-Poege.

Der alte Vorstand wird kommissarisch im Amt bleiben, bis ein neuer gewählt worden ist. Das soll voraussichtlich am 21. Februar erfolgen.