Beeindruckende Bilder sind seit Sonnabend in der Orangerie des Zichtauer Gutshofes zu sehen. Der Maler Michael Emig stellt dort zurzeit aus und setzt damit die Verbindung zwischen dem Gut und der Deutsch-Italiennischen Gesellschaft in Magdeburg fort.

Zichtau l Ein Schaf schaut von unten nach oben nachdenklich auf seine Betrachter. Um seinen Hals hängt eine Jakobsmuschel - das Symbol der Wanderer auf dem Jakobsweg. Denn genau auf dem ist der Magdeburger Künstler 2006 unterwegs, als er dem Schaf begegnet. Am Sonnabend hat er es in die Zichtauer Gutsorangerie mitgebracht. Nicht das Schaf natürlich, sondern sein Porträt - wunderschön gemalt, fast plastisch wirkt die weiche Wolle.

Und auch auf vielen anderen Bildern des Malers Michael Emig sind es eben die Details, die den Betrachter fesseln. Kaum einer der rund 80 Vernissagebesucher, der nicht vor dem einen oder anderen Kunstwerk länger stehenbleibt, um genau diese Kleinigkeiten zu entdecken. Und dabei spielt die Technik gar keine Rolle. Emigs wunderschöne Porträts in Öl faszinieren die Besucher genauso, wie seine großformatigen Rötelzeichnungen, die Aquarelle oder Grafiken.

Emig sei ein solider Handwerker, der sich nach eigenen Aussagen "von der schönen schrecklichen Welt" inspirieren lasse, betont Mechthild von Maydell, stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Magdeburg, die den Künstler am Sonnabend vorstellt. "Ich habe aber keinen Schrecken in seinen Bildern gefunden. Dafür Sinn für Humor." Ob er die Wanderer des Jakobsweges allerdings tatsächlich als Schafe sah, bleibe wohl offen, so von Maydell augenzwinkernd.

Nach einer so netten Vorstellung hat Michael Emig selbst seiner Vorrednerin dann auch nicht mehr viel hinzuzufügen. Er bedankt sich nur kurz bei den zahlreichen Besuchern für ihr Interesse - "damit erfährt ein Künstler absolute Bestätigung" - und lässt dann auf seiner Zichtauer Vernissage lieber seine beeindruckenden Bilder sprechen.

Nur seine Gastgeber will Emig offenbar nicht unerwähnt lassen. Bei ihnen bedankt er sich besonders herzlich für den "fantastischen Rahmen", den die Orangerie selbst und die "perfekte" Organisation des Gutshofteams seiner Ausstellung und deren Eröffnung gaben.

Organisatorin Christin Schulze lud nach dem Sektempfang schließlich noch zu einen kleinen Imbiss. Für die kulturelle Umrahmung sorgte der 18-jährige Gardeleger Willem Biermann mit einigen Musikstücken auf der Bratsche.

Bis zum 30. März ist die Ausstellung jeweils mittwochs von 11 bis 19 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

 

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