Die Freiwillige Feuerwehr Gardelegen hat am Sonnabend ihren 130. Geburtstag im Schützenhaus gefeiert. Dort also, wo am 27. Januar 1884 die Gründungsversammlung stattgefunden hatte.

Gardelegen l Es hätte heute Abend während der Sitzung des Stadtrates geschehen können, aber Konrad Fuchs schien die Festveranstaltung am Sonnabend ein passenderer Rahmen für die offizielle Berufung der neuen Gardeleger Ortswehrleitung. Ende vergangenen Jahres hatten die aktiven Kameraden Henrik Lehmann zum neuen Wehrleiter gewählt, Till Kern zu dessen Stellvertreter und Stefan Wasmuth zum Jugendwart. Alle drei wurden vorgestern mit Wirkung vom 1.Februar kommissarisch in ihr Amt berufen. Befristet ist die kommissarische Berufung auf zwei Jahre. In dieser Zeit können sie die erforderliche Qualifikation erwerben. Liegt diese vor - auch vor Ablauf der zwei Jahre - erfolgt eine Berufung für sechs Jahre ins Ehrenbeamtenverhältnis.

"Richtig gut durch die schwierige Zeit geführt"

Mit der kommissarischen Berufung von Henrik Lehmann zum Leiter der Ortsfeuerwehr Gardelegen endete die kommissarische Amtszeit von Rüdiger Wolf. Er hatte im vergangenen Jahr die Leitung übernommen, nachdem der Stadtrat die Berufung von Wolfgang Hein zurückgenommen hatte (wir berichteten). "Wir haben im vergangenen Jahr eine schwierige Phase durchmachen müssen, nicht nur die Feuerwehr, auch wir als Verwaltung", sagte Konrad Fuchs. "Ich bin unendlich dankbar dafür, dass Rüdiger Wolf bereit war, Verantwortung zu übernehmen. Er hat Verantwortung übernommen, als es erforderlich war", sagte der Bürgermeister. Rüdiger Wolf habe die Gardeleger Feuerwehr "richtig gut durch die schwierige Zeit geführt". Nicht nur vom Bürgermeister gab es dafür viele anerkennende Worte und ein Geschenk, sondern auch von den Kameraden.

Für deren neue Leitung - dazu gehören auch Frauensprecherin Caterina Junge, Sicherheitsbeauftragter Andy Behling und Andreas Strutz als Kassenwart - hatte der scheidende kommissarische Leiter einige Hinweise. Erstens: "Die Einsatzbereitschaft der Wehr steht vor allem, ihr muss sich alles unterordnen." Zweitens: "Kameradschaft untereinander und zu den Nachbarwehren ist das Wichtigste und die Basis für das Miteinander." Drittens: Eine Situation wie die im vergangenen Jahr "darf nie wieder passieren". Der Stadtrat hatte die Berufung des damaligen Wehrleiters nach massiven Beschwerden aus den Reihen der aktiven Kameraden zurückgenommen. Und viertens: Die Amtsführung der Wehrleitung sollte immer "offen und gelassen, aber konsequent sein".

Bürgermeister Konrad Fuchs nutzte die Festveranstaltung am Sonnabend, um sich "im Namen der Bürger dieser Stadt" bei den Mitgliedern der Gardeleger Ortsfeuerwehr zu bedanken. In diesen Dank bezog er auch ein Lob dafür ein, wie beispielhaft die Ortswehren der Hansestadt Gardelegen miteinander umgehen. "Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Gebietsreform richtig gemacht wird, nämlich gemeinsam", sagte Konrad Fuchs.

Helfen in der Not ist unser Gebot

Stadtwehrleiter Sven Rasch, der am Sonnabend auch als Vertreter der Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen fungierte, attestierte den Gardeleger Kameraden, dass sie sich getreu dem Motto "Helfen in der Not st unser Gebot" den Herausforderungen der modernen Gefahrenabwehr stellen, und das im gesamten Aufgabenspektrum von der Brandbekämpfung bis zur technischen Hilfeleistung. Die Gardeleger Wehr mit ihren derzeit 51 aktiven Mitgliedern sei aber auch ein gesellschaftlicher Faktor in der Hansestadt, sagte Sven Rasch.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung hatte Rüdiger Wolf in die Geschichte der Gardeleger Feuerwehr geblickt, die mit der Gründung vor 130 Jahren begann (Bericht folgt).

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