Die Ursache für die Explosion in einer Vahrholzer Scheune, bei der am Mittwochabend ein 27-jähriger Mann ums Leben kam und bei der zahlreiche Gebäude beschädigt wurden, steht nun fest. Explodiert ist ein Autotank.

Von Gesine Biermann

Vahrholz l"Im Rahmen der kriminalistischen Ermittlungen wurde festgestellt, dass die Ursache für die Raumexplosion in der Scheune in Vahrholz nach aktuellem Stand die Arbeiten an einem Tank einer Autosgasanlage war", teilte Gerd Schönfeld, Pressesprecher im Salzwedeler Polizeirevier, gestern mit. Das Gas sei durch die Reparaturarbeiten in dem betroffenen Gebäude entwichen und habe sich dann entzündet.

"Solche Arbeiten sollten immer Fachbetriebe ausführen."

Offensichtlich hatte der Altmerslebener, der die Scheune in Vahrholz gepachtet und dort eine private Schrauberwerkstatt eingerichtet hatte, das aus dem Tank ausgetretene Gas durch einen Funken irgendeiner Art zur Explosion gebracht.

Diese Unachtsamkeit hatte den Vater eines Kleinkindes - der nach Information der Volksstimme im Wolfsburger VW-Werk tätig war und sich gerade erst mit seiner Lebensgefährtin in einem eigenen Haus im benachbarten Altmersleben niedergelassen hatte - das Leben gekostet. Genaueres soll nun eine Obduktion klären, die im Rahmen der weiteren Ursachenermittlungen beim zuständigen Gericht beantragt wurde.

Unfälle, wie der in Vahrholz, sind offenbar keine Seltenheit. Zwar sei es in der jüngeren Vergangenheit im Altmarkkreis Salzwedel nicht zu Zwischenfällen in privaten Schrauberwerkstätten gekommen, versicherte Polizeisprecher Gerd Schönfeld. Dennoch würden Medien immer mal wieder von Unfällen in solchen Einrichtungen berichten. Erst vor drei Wochen brannte zum Beispiel im thüringischen Bad Langensalza eine Großgarage aus, die ebenfalls zu privaten Reparaturzwecken genutzt worden war.

Wie gefährlich solche Arbeiten, insbesondere der Umgang mit Tankanlagen jeder Art, in Kraftfahrzeugen sind, machte gestern Martin Förster, Obermeister der Kfz-Innung Altmark West, noch einmal deutlich. "Solche Arbeiten sollten immer Fachbetriebe ausführen", mahnte Förster, der in der sich "ständig ausweitenden Schraubermentalität" durchaus viel Gefahrenpotenzial sieht, auch wenn private Reparaturen an Kraftfahrzeugen, wenn sie ohne Gegenleistung erfolgten, grundsätzlich erlaubt seien. "Manche junge Leute trauen sich dabei aber zuweilen ein bisschen zu viel zu", meinte Förster. Gefahren würden hingegen zu oft unterschätzt. "Man kann ausgetretenes Gas nämlich nicht immer riechen", machte der Fachmann klar. Da es aber schwerer sei als Luft, sammele es sich am Boden eines Raumes. "Besonders gefährlich wird es, wenn man dann in einer Grube arbeitet", so Förster.

"Man kann ausgetretenes Gas nicht immer riechen."

Nach Informationen der Volksstimme war die Scheune im Innenbereich gut isoliert, teils sogar mit Folien abgedichtet worden. "Sonst hätten sie es ja im Winter nicht warm gekriegt", erklärte ein Anwohner. Martin Förster sieht in dieser Abdichtung durchaus eine mögliche Begründung dafür, dass das ausgetretene Autogas deshalb nicht entweichen konnte.