Der Zuschuss der Stadt für Kindergärten in freier Trägerschaft wird auf Grundlage der Abrechnungen für das Jahr 2010 gegebenenfalls angepasst. Der Vorsitzende des Trägervereines Abenteuerland Köckte, Henry Seiler, hofft, dass der bisherige Gemeindezuschuss von zuletzt 180 Euro pro Kind und Monat weitergezahlt wird.

Köckte/Gardelegen. 180 Euro hat der Verein Köckter Abenteuerland – Träger des gleichnamigen Kindergartens – zuletzt pro Kind und Monat als Zuschuss der Gemeinde erhalten. Und Vereinsvorsitzender Henry Seiler hofft, dass dieser Zuschuss auch nach der Eingemeindung in die Stadt Gardelegen erhalten bleibt. "Ich gehe davon aus, dass das erst einmal so bleibt", sagte er. Von der Stadt habe er die Auskunft erhalten, dass bestehende Verträge zunächst Gültigkeit behielten.

Sollten die Gemeindebeiträge gesenkt werden, hätte der Verein ein großes Problem, so Seiler. Für alle Kosten, die der Kindergarten verursacht, benötige der Trägerverein zirka 80 000 Euro im Jahr. Der größte Teil der Kosten entstehe durch das Personal, das die 22 Kinder im Abenteuerland betreut. Zwei Mitarbeiter sind täglich für sieben Stunden in der Einrichtung beschäftigt, eine weitere Mitarbeiterin betreut vier Stunden täglich die Hortkinder, und eine technische Mitarbeiterin ist für zwei Stunden täglich beschäftigt. Seilers Ansicht nach wäre es besser, die bestehenden Beiträge beizubehalten. Denn wenn dem Verein am Ende des Geschäftsjahres ein Defizit entstehe, müsse sich die Stadt ohnehin am Ausgleich dieses Defizites beteiligen.

Hauptamtsleiter Klaus Richter bestätigte gestern, zunächst würden die bestehenden Verträge beibehalten, in denen bereits Pauschalen festgelegt wurden. Wenn die Abrechnungen für das Jahr 2010 erfolgt seien, würden die Zuschüsse aber gegebenenfalls entsprechend angepasst. Einen Pauschalbetrag für alle Einrichtungen in freier Trägerschaft festzulegen, sei nicht möglich. Jede Einrichtung sei individuell zu betrachten.

Der Gemeindezuschuss für den Verein Köckter Abenteuerland hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Angefangen wurde mit 75 Euro pro Kind und Monat. Nach Defiziten am Ende des Jahres wurde dann zunächst auf 120 Euro, dann auf 150 Euro und im vergangenen Jahr auf 180 Euro erhöht, sagte Seiler. Der Elternanteil beträgt derzeit 120 Euro. "Ich hoffe, dass wir über den Zuschuss der Stadt vernünftig verhandeln", sagte Seiler.

Verhandlungsspielraum sieht auch das Kinderförderungsgesetz vor. Grundsätzlich heißt es da: "Wird eine Tageseinrichtung von einem freien Träger betrieben, erstattet die Leistungsverpflichtete, in deren Zuständigkeitsbereich die Tageseinrichtung ihren Sitz hat, auf Antrag die für den Betrieb notwendigen Kosten abzüglich der Elternbeiträge sowie eines Eigenanteils des Trägers." Für die Beurteilung der Notwendigkeit und Angemessenheit seien die Kosten maßgeblich, "die die Leistungsverpflichtete selbst als Träger einer Tageseinrichtung aufzuwenden hätte". Die Leistungsverpflichteten sollen vertragliche Vereinbarungen mit den freien Trägern über den Umfang der Kostenerstattung abschließen.