42 Menschen gaben sich im vergangenen Jahr in der Mildestadt das Jawort - und damit einige Paare weniger als in den Jahren zuvor. Allerdings mögen es die Kalbenser offensichtlich stilvoll: Die meisten Paare trauten sich nämlich im Schloss.

Von Gesine Biermann

Kalbe l So manches Paar, das zum ersten Mal ihr Büro betritt, um das Aufgebot zu bestellen, kennt Hannelore Beneke schon ziemlich lange. "Mittlerweile sind es schon die Kinder von Paaren, die ich vor vielen Jahren selbst getraut habe", sagt sie schmunzelnd. Wie oft sie das Wort Ja schon gehört hat in den vergangenen Jahrzehnten - hingehaucht, geschluchzt oder auch mit fester Stimme gesprochen - weiß die Standesbeamtin nicht mehr zu sagen. Die Zahl des vergangenen Jahres findet sie allerdings auf Anhieb in ihren Unterlagen: 42 Ja-Worte waren es 2013. 21 Paare - darunter zwei Frauen, die eine Lebenspartnerschaft begründeten - wechselten in diesem Jahr unter ihrer Obhut den Familienstand. Die meisten von ihnen, nämlich 17 Trauungen und damit die große Mehrheit, fanden im Trauzimmer des Schlosses von Goßler statt. Nur vier Paare entschlossen sich für das Rathaus.

"Es sind vorwiegend die jungen Leute, die im Schloss heiraten möchten", sagt Hannelore Beneke. Und sie kann das gut verstehen. Denn nicht nur das Trauzimmer dort ist schmuck eingerichtet, sehr hell und freundlich - auch das Umfeld stimmt. Im Schloss können die Gäste des Brautpaares sogar bei schlechtem Wetter im schönen Ambiente warten oder mit Sekt anstoßen, auf der runden Freitreppe sind Gruppenaufnahmen schnell arrangiert, und der angrenzende Buchsbaumgarten samt kleinem romantischen Teich dahinter bietet gleich nach der Trauung die schönsten Fotomotive fürs Hochzeitsalbum.

"Im Buchsbaumgarten wurde extra ein Rosenbeet angelegt"

Und darin findet sich seit dem vergangenen Jahr bei vier Paaren auch ein Motiv, das die Jungvermählten beim Pflanzen einer Rose zeigt. Seit Juni 2013 ist das nämlich im Randbereich des Buchsbaumgartens vor dem Schloss möglich. "Dort wurde extra ein Rosenbeet angelegt", sagt Hannelore Beneke. Zwei rote und zwei weiße Rosen wachsen mittlerweile zu großen starken Pflanzen heran. Und wer sie gemeinsam setzte, um die Liebe symbolisch zu besiegeln, ist auch kein Geheimnis: Denn Steine mit kleinen Messingschildern geben die Vornamen der Brautleute und deren Trauungsdatum preis.

Dass es in diesem Jahr weitaus mehr sein werden, dessen ist Hannelore Beneke gewiss. "Da müssen wir das Beet wohl vergrößern", sagt sie schmunzelnd. Denn schon etliche Paare, die sich für 2014 bei ihr angemeldet haben, haben eine Rose bestellt. "Das funktioniert gut in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Grünbereiches", versichert Beneke. Die besorgen die Pflanze, ein Kalbenser Fachbetrieb stellt die Steine samt Schildchen her, und beides wartet - natürlich gegen vorherige Bezahlung - dann am Hochzeitstag auf die Brautleute.

Die Idee komme sogar so gut an, dass schon Paare nachgefragt hätten, die längst verheiratet sind, ob sie - zum Beispiel an ihrem ersten Hochzeitstag - auch noch eine Rose pflanzen können. Und auch das sei natürlich kein Problem, versichert die Standesbeamtin. Voraussetzung ist natürlich, die Hochzeit fand im Kalbenser Schloss von Goßler statt.