Gardelegen (cah) l Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs hat die Vorwürfe des Tourismusvereines Region Gardelegen wegen mangelnder Unterstützung des Vereines durch die Stadt zurückgewiesen. "Wir haben uns alle Mühe gegeben, für den Tourismusverein Voraussetzungen zu schaffen, damit er weiter arbeiten kann", stellte Fuchs bei der jüngsten Sitzung des Gardeleger Stadtrates klar.

Zur Vorgeschichte: Bei der Jahreshauptversammlung des Vereines am 24. Januar wurde über einen Antrag des Vorstandes zur Auflösung des Vereines abgestimmt. Der Vorstand hatte unter anderem die Kündigung der Mitgliedschaft der Stadt im Tourismusverein angeführt, die zu finanziellen Verlusten geführt habe. Ein weiterer Grund war die Kündigung des Nutzungsrechtes für das Salzwedeler Tor durch die Stadt Gardelegen. Darüber hinaus gab es im Verein keine Bereitschaft, für den Vorstand zu kandidieren. In der Abstimmung sprach sich die deutliche Mehrheit der Vereinsmitglieder gegen eine Auflösung aus. Bis zum 21. Februar sollten geeignete Kandidaten aus den Vereinsreihen für einen neuen Vorstand gefunden werden. Zuvor fand in der Versammlung eine zum Teil heftige Diskussion mit schweren Vorwürfen gegen die Stadt und Bürgermeister Konrad Fuchs statt (wir berichteten).

"Wir saßen und sitzen zum Teil noch immer ziemlich beengt."

Fuchs holte in der Stadtratssitzung dann weit aus, verwies darauf, dass die Stadt mit Abschluss der Gebietsreform angehalten war, zu sparen und zwei Verwaltungen zusammenzuführen. "Wir sind in der Kernverwaltung von 96 Mitarbeitern auf 73 runter. Das ehemalige Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft ist leergezogen. Das war streckenweise nicht einfach. Wir saßen und sitzen zum Teil noch immer ziemlich beengt", so Fuchs. Es habe sich allerdings herausgestellt, dass eine räumliche Trennung der beiden Standesämter im Rathaus und im Haus2 ungeeignet für eine effektive Arbeit gewesen sei. "Wir haben entschieden, beide Standesämter im Rathaus unterzubringen", so Fuchs. In den Räumen der Tourist-Information. "Wir haben zuerst mit der Tourist-Information gesprochen, ob es eine Bereitschaft für einen Umzug ins Salzwedeler Tor gibt", sagte Fuchs. Dabei habe es keine Probleme gegeben. Die seien erst dann aufgetreten, als Ende September des vorigen Jahres darüber mit dem Tourismusverein gesprochen worden sei. Die Argumente, die der Verein vorgebracht habe, nämlich mit dem Auszug aus dem Salzwedeler Tor dann keine Räumlichkeiten für Veranstaltungen, wie Ausstellungen und Versammlungen zu haben, würden nicht stimmen. Ausstellungsräume gebe es beispielsweise in der Nikolaikirche und in der Kapelle St. Georg. Das einzige Problem in der Kapelle seien fehlende Toiletten. Allerdings könnte das Problem gelöst werden, "wenn es denn gewünscht wird", so Fuchs, denn Trink- und Abwasserleitungen seien vorhanden. In der Nikolakirche seien diese Voraussetzungen ebenfalls mit Hilfe der Stadt geschaffen worden. Darüber hinaus habe die Stadt dem Verein einen Versammlungsraum im Rathaus angeboten. Es sei nicht richtig, wie es der Verein behaupte, dass dieser Raum nur während der Öffnungszeit der Verwaltung genutzt werden könne. Der Austritt der Stadt aus dem Verein sei ein Schritt zur Gleichbehandlung aller Vereine gewesen. Die Stadt könne nicht in jedem Verein Mitglied sein, zumal es mit Abschluss der Gebietsreform auch zwei Vereine gebe, die sich mit Tourismus beschäftigen, den Gardeleger und den Miester Verein.