Die Kalbenser Gewerbetreibenden werden keine eigene Wahlliste aufmachen. Dennoch ließen sie sich am Mittwochabend von Bürgermeister Karsten Ruth über die bevorstehenden Kommunalwahlen und mögliche Listen- oder Einzelkandidaturen aufklären.

Kalbe l Der Kalbenser Stadtrat besteht künftig aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Und die städtischen Gewerbetreibenden möchten, dass dann auch Vertreter aus der Wirtschaft mit am Tisch sitzen. Was für eine etwaige Kandidatur zu beachten ist, ließen sie sich am Mittwochabend während ihrer Zusammenkunft am Gewerbestammtisch von Bürgermeister Karsten Ruth erklären.

Der sagte, dass ihm aufgefallen sei, dass das Interesse am Kommunalgeschehen leider nicht mehr ganz so ausgeprägt sei wie noch vor fünf Jahren. Damals hatte die bislang letzte Wahl zum Stadtrat stattgefunden. "Hinzu kommt, dass die Wahlmüdigkeit in Kalbe überproportional hoch ist", so Ruth. Das wiederum schwäche jene, die der Kernstadt eine Stimme verleihen wollten. Schon im jetzigen Stadtrat lässt sich dies anhand von Zahlen festmachen. Zwar sitzen dort fünf Mandatsträger aus Kalbe und dem dazugehörenden Vahrholz. Aber auch das um ein Vielfaches kleinere Dorf Altmersleben ist mit drei Abgeordneten vertreten. Dort waren 2009 vergleichsweise viele Bürger an die Wahlurne getreten.

Karsten Ruth betonte in dem Zusammenhang, dass jede weitere Wahlliste, die in Kalbe aufgemacht würde, das ohnehin schon relativ geringe Aufkommen an Wählerstimmen noch weiter splitten würde. Genau aus diesem Grund hatten sich die Gewerbetreibenden bereits 2009 entschieden, keine eigene Liste zu erstellen. Stattdessen hatten ihre Vertreter Jens Eichenberg und Steffen Dannhauer über die Liste der SPD kandidiert.

Ob sich dort oder auf einer anderen Parteiliste auch in diesem Jahr wieder ein Bewerber aus der Runde der Gewerbetreibenden finden wird, steht bislang noch nicht fest. Steffen Dannhauer jedenfalls will nicht wieder zur Wahl antreten (Bericht links).

Der Bürgermeister erklärte, dass jeder, der sich zum ersten Mal um ein Stadtratsmandat bewerbe, egal ob über eine Liste oder als Einzelkandidat, 67 Unterstützungsunterschriften bräuchte. Bei der Wahl zum Ortschaftsrat seien hingegen nur 21 Unterschriften nötig.

Ruth appellierte allerdings auch an die Bewohner der Einheitsgemeinde, sich um ein Mandat im Kreistag zu bewerben. Dort sei die vergleichsweise große Gebietskörperschaft derzeit nur mit einem einzigen Abgeordneten vertreten. Neukandidaten bräuchten rund 100 Unterstützungsunterschriften.