Die Bürgerarbeit in der Einheitsgemeinde Kalbe läuft in diesem Jahr aus. Doch die Kommune will dabei nicht tatenlos zusehen. Sie hat über verschiedene Förderprogramme neue Maßnahmen beantragt.

Kalbe l Die Bürgerarbeit hat sich in der Modellregion Kalbe als Erfolgsmodell erwiesen. Dennoch läuft dieses Bundesprogramm aus, müssen neue Lösungen gefunden werden. Aktuell sind rund 100 Bürgerarbeiter im Gebiet der Einheitsgemeinde Kalbe beschäftigt. Allein in Einrichtungen der Kommune sind 60 davon tätig. Und auf diese kann und soll auch künftig nicht verzichtet werden. Deshalb sind in der jüngeren Vergangenheit über verschiedene Förderprogramme anderweitige Beschäftigungsmaßnahmen beantragt worden.

Die meisten der entstehenden Lücken sollen mithilfe des Bundesfreiwilligendienstes gefüllt werden, wie die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin der Stadt Kalbe, Marina Krüger, erläuterte.

Bundesfreiwilligendienst: Betreuung von Sportanlagen

So sei beim zuständigen Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten eine Grünbereichsmaßnahme beantragt worden, in die insgesamt 21 sogenannte Bufdis - so werden jene Menschen bezeichnet, die am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen - integriert werden sollen. Es seien, wie Marina Krüger erklärte, auch schon entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet worden. Die ersten Kräfte sollen ab 1. April im Bereich Güssefeld/Packebusch/Jeetze und Brunau zum Einsatz kommen. Im Mai beginne für weitere Kräfte eine Maßnahme, denn die Bürgerarbeit laufe ja jetzt auch nach und nach aus.

Doch nicht nur im Grünbereich werden Bufdis gebraucht. So sollen auch zwei davon in den Sportanlagen eingesetzt werden. Auf diese Weise ist dann auch eine Betreuung der Turnhalle Kalbe, wie sie in den vergangenen Wochen von Kommunalpolitikern eingefordert worden war (Volksstimme berichtete), vorgesehen. Außerdem soll sich eine Kraft um das Kalbenser Wachhaus kümmern, eine weitere soll mit in der städtischen Bibliothek eingesetzt werden. Acht Bufdis sind hingegen für die kommunalen Kindereinrichtungen eingeplant, ein weiterer Bufdi für den Bereich der sozialen Betreuung. Hierzu gäbe es allerdings derzeit noch keine endgültige Vereinbarung, wie Marina Krüger dazu mitteilte. Nach ihren Angaben arbeite die Einheitsgemeinde Kalbe bei der Antragstellung ganz eng mit der Trägergesellschaft Umwelt- und Landschaftssanierung Beetzendorf zusammen. Diese koordiniere dann auch den künftigen Einsatz der Bufdis.

Ein-Euro-Jobber kümmern sich um Kalbenser Kurpark

Bei ihnen handelt es sich um Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen und die dann zusätzlich dazu ein monatliches Taschengeld für ihre Leistungen erhalten. Mit der wesentlich höheren Vergütung der Bürgerarbeit ist dies also nicht gleichzusetzen. Dennoch hätten sich laut Krüger ausreichend Interessenten gefunden. In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst ein Jahr und kann maximal auf zwei Jahre ausgedehnt werden.

Auf sechs Monate ist hingegen der Einsatz von drei Ein-Euro-Jobbern beschränkt, die ab 1. April im Kurpark tätig werden sollen. Über das Jobcenter sei eine entsprechende Maßnahme, bei der offiziell von einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung gesprochen werde, beantragt worden, wie Marina Krüger informierte.

Und dann gäbe es ja auch noch das Programm "Aktiv zur Rente plus", dass ausschließlich Menschen ab einem Alter von 50 Jahren berücksichtige. Auch in dessen Rahmen sei eine Maßnahme beantragt worden, hier allerdings mithilfe der Trägergesellschaft ABS Drömling. Sie solle am 2. Mai beginnen und sei für ein Jahr ausgelegt. Insgesamt würden fünf Personen in die Maßnahme integriert, so Marina Krüger. Sie würden im Zuge von 30-Stunden-Arbeitswochen Umwelt, Naturschutz und Tourismus verbessernde Aufgaben erfüllen.