"Die Eltern" heißt die Wählergemeinschaft, die vier Frauen und zwei Männer am Sonnabend gegründet haben. Sie versteht sich als Interessenvertretung für Familien in Gardelegen und den Ortsteilen.

Jerchel/Gardelegen l Am Sonnabendabend hat sich in Jerchel eine neue Wählergemeinschaft gegründet, die bei den Gardeleger Stadtratswahlen am 25. Mai antreten möchte. Ihr Name: "Die Eltern". In geheimer Wahl wurden Nico Macht aus Gardelegen und Simone Striewski aus Jerchel zum Vorstand gewählt. Beide kennen die kommunalpolitische Arbeit bislang aus der Perspektive der Zuhörer - und zumindest im Sozialausschuss als Redner. Macht ist Vorsitzender des Stadtelternbeirates, Striewski seine Stellvertreterin.

Die Wählergemeinschaft versteht sich als "Interessenvertretung für Kinder, Eltern und Familien". Macht: "Wenn Mitglieder im Stadtrat sind, können sie die Bedürfnisse dieser Zielgruppe in den Gremien vortragen und mitentscheiden."

Zwar habe man als Elternvertretung im Sozialausschuss zu Themen wie den Satzungen für Kindertagesstätten und Schuleinzugsbereiche Gehör gefunden, "aber in anderen Ausschüssen durften wir nicht sprechen". Die Wählergemeinschaft, zu deren Gründern neben Macht und Striewski Anne Berninger und Dirk Behlke aus Gardelegen, Antje Brune aus Wannefeld und Anja Tripke aus Letzlingen gehören, möchte kleine Einrichtungen - Kitas, Horte, Schulen - im ländlichen Raum erhalten. Außerdem müsse der Investitionsstau in den Einrichtungen aufgelöst werden, "ohne dass welche geschlossen werden", heißt es in den ersten inhaltlichen Schwerpunkten der Wählergemeinschaft "Die Eltern". Als Beispiel nannte Macht das Stark-III-Programm, mit dem zwar die Miester Grundschule saniert werde, "aber dieses Programm war das Todesurteil für die Solpker Grundschule". Es könne nicht nur den Fördermitteln hinterhergerannt werden, "und dann fehlt das Geld an anderer Stelle", so Macht.

Auch mehr Kommunikation wünschen sich die Gründungsmitglieder, denn es gebe so viele Themen, bei denen Familien direkt betroffen seien. "Und da ist es immer besser, wenn man vorher darüber diskutieren kann und es nicht erst im Nachhinein erfährt", sagte Antje Brune. Themen, die Familien bewegen, gebe es viele: Schließzeiten, Musikschulbesuche in den Kitas, Turnhallen in den Dörfern.

Auch für die Ausstattung von Spielplätzen in der Hansestadt wollen sich "Die Eltern" einsetzen. Weiterer Punkt: die Förderung von Tagesmüttern. Ein konkretes Konzept wird in den nächsten Wochen erarbeitet. Am 24. Februar werden die Vorstandsmitglieder der Wählergemeinschaft die Unterlagen von der Stadtverwaltung holen. Unter anderem müssen 100 Unterschriften gesammelt werden, damit die Gruppe bei der Wahl antreten kann. Macht betonte am Sonnabend, "dass wir noch Mitstreiter und auch Kandidaten, die sich für die Stadtratswahl aufstellen, suchen".