Mit einer Festveranstaltung am Vormittag im Schützenhaus hat die Wohnungsbaugesellschaft mbH Gardelegen gestern ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Am Nachmittag fand dann ein Mieterfest mit fast 500 Gästen statt.

Gardelegen l Der Gesellschaftervertrag für die Wohnungsbaugesellschaft mbH Gardelegen war am 9. Dezember 1993 beim Notar unterzeichnet worden, der Eintrag ins Handelsregister erfolgte aber erst am 16. Februar 1994. Und darum wurde erst gestern gefeiert und nicht schon Ende des vorigen Jahres. Der Einladung ins Schützenhaus waren nicht nur die Vertreter aus Politik und Wohnungswirtschaft gefolgt, sondern auch die Partner aus Handwerk und Bankwirtschaft.

"Denn die Wobau ist in der Stadt und der Region auch ein Wirtschaftsfaktor", sagte Bürgermeister Konrad Fuchs, Vorsitzender des Aufsichtsrates der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Hansestadt Gardelegen. Jährlich werden von der Wobau Aufträge im Umfang von rund zwei Millionen Euro vergeben. Seit 1996 wurden in die Instandhaltung und Modernisierung rund 33,6 Millionen Euro investiert. Fördergeld gab es rund 2,2 Millionen Euro. Das Bemerkenswerte: Für die Baumaßnahmen wurden ausschließlich Eigenmittel und Fördergeld genutzt.

"Umfeld, in dem sich die Mieter wohlfühlen."

Kein Wunder also, dass die Redner nur lobende Worte fanden. Den Anfang machte Klaus Klang, Staatssekretär im Bau- und Verkehrsministerium Sachsen-Anhalts. Die Entscheidung, die Kommunuale Wohnungsverwaltung (KWV) Gardelegen in eine GmbH umzuwandeln, habe sich als richtig erwiesen. Die Wobau trage zur positiven Entwicklung des Stadtbildes bei und habe für ihre Mieter ein Umfeld geschaffen, "in dem sie sich wohlfühlen, in dem sie alt werden können und wollen", sagte der Staatssekretär.

Positiv sei, dass die derzeit gut 1400 Wohnungen im Bestand an die Bedürfnisse angepasst wurden und werden. Damit widme sich das Unternehmen seit Jahren der großen Herausforderung der Zukunft, den Menschen möglichst lange ein selbstständiges Wohnen zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür wird morgen im Beisein vom Bauminister Thomas Webel nach Umbau und Sanierung offiziell übergeben: das Gebäude Bahnhofstraße 31, in dem es neun barrierefreie beziehungsweise -arme Wohnungen gibt sowie eine Tagespflege im Erdgeschoss. "Machen Sie genau so weiter wie bisher", trug Klang den Wobau-Verantwortlichen auf.

Zu ihnen gehört der Aufsichtsratsvorsitzende Konrad Fuchs. Auch er würdigte die "enorme Rolle" der Wobau bei der städtebaulichen Entwicklung. Denn es werden keine Potemkinschen Dörfer geschaffen - also sanierte Fassaden, hinter denen Wohnungen leer stehen -, sondern moderne Wohnraum in historischen Gebäuden. Das Engagement der 24 Mitarbeiter, des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung seien ein Grund dafür, dass die Wobau seit Jahren ein gesundes Unternehmen ist.

"Das Wichtigste sind die langjährigen Mieter."

"Das Wichtigste für Wohnungsunternehmen sind aber die langjährigen Mieter. Sie sind die Basis für unseren Erfolg", sagte Fuchs, der in seiner Rede noch einmal lobend die Rolle Günter Hoops hervorhob, der mehr als 17 Jahre als Geschäftsführer die Wobau-Erfolgsgeschichte mitgeschrieben hat, die nun von Geschäftsführer Wolfgang Oelze fortgesetzt wird. Ein Beispiel: Seit vier Jahren liegt der Leerstand unter fünf Prozent, aktuell beträgt er 3,45 Prozent. Unter den gut 60 kommunalen Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt ist die Wobau Gardelegen seit Jahren das mit dem geringsten Leerstand. "Günter, was Du geleistet hast, ist beispielhaft", wandte sich Fuchs darum direkt an den ehemaligen Geschäftsführer.

 

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