Corinna Köbele, Initiatorin des Kalbenser Künstlerstadt-Projektes, strotzt vor Ideen und Engagement. Doch sie braucht und erhofft sich mehr Unterstützung von der Kommune. Das wurde bei einer Sitzung am Montagabend deutlich.

Kalbe l "Ich brauche ein klares Votum vom Stadtrat, dass der Theatersaal wieder ein Anliegen ist." Das hat Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele am Montagabend auf die Frage geantwortet, was sie sich von der Kommune am dringlichsten erhoffe.

Köbele hatte während der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Finanzausschusses Rederecht erhalten und ausführlich die bisherigen Errungenschaften des Künstlerstadt-Vereins sowie dessen Zukunftspläne vorgestellt. Und zu denen gehört auch, den brach liegenden Theatersaal zu reaktivieren. Schließlich gäbe es nirgendwo in der Umgebung eine vergleichbare Räumlichkeit. "Ich habe mich dazu schon mit verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten beschäftigt", so die Künstlerstadt-Initiatorin, die unter anderem Kontakte zum Leader-Management sowie zur Filmförderungsanstalt Berlin geknüpft hat (Volksstimme berichtete). Und bei beiden Institutionen sei das Vorhaben auf großes Interesse gestoßen, so Köbele. Nur funktioniere es eben nicht ohne die Stadt, der ja das Kulturhaus gehöre.

Die Kalbenserin, deren Engagement komplett ehrenamtlich ist, erinnerte in dem Zusammenhang an die Bewirtschaftungskosten des Kulturhauses, die knapp 50000 Euro pro Jahr betragen und mit oder ohne Nutzung anfallen würden. Um in Sachen Theatersaal weitermachen und zum Beispiel alles für ein betriebswirtschaftliches Gutachten vorbereiten zu können, ohne das es kein Geld von der Filmförderungsanstalt gäbe, "brauche ich aber ein Zeichen der Stadt", so Köbele.

Ob sie es schnell bekommt, ist allerdings fraglich. Zwar wurde ihr am Montagabend von unterschiedlichen Seiten bescheinigt, wie großartig ihr Engagement ist und welch überregionale Wogen die Künstlerstadt-Idee geschlagen hat, doch gibt es große Skepsis, was die Nachhaltigkeit einer Theatersaalsanierung betrifft. "Ich habe da wirklich Bauchschmerzen", sagte Finanzausschussvorsitzender Wilfried Hartmann. Und Sozialausschussmitglied Gerhard Gan-sewig fügte an, "dass alles, was haushaltsrelevant ist, auf den Tisch muss." Das beträfe nicht nur den Saal, sondern auch andere städtische Objekte, für die sich der Künstlerstadt-Verein interessiere (Bericht rechts).

Sie wisse, sagte Köbele, dass die Stadt finanziell keine großen Sprünge machen könne. Doch könne sie helfen, indem sie Räume bereitstelle.