Dort, wo erstmals in diesem Jahr Familien spazierengehen können, Kinder spielen und auch die eine oder andere Picknickdecke ausgebreitet werden wird, toben derzeit die Vierbeiner. Und sie hinterlassen dort Andenken, über die sich nicht jeder freuen kann.

Gardelegen l "Schauen Sie doch mal auf dem ACZ-Gelände vorbei", empfiehlt eine Leserin vor wenigen Tagen. "Dort können Sie derzeit nicht mehr unfallfrei gehen." Dort sei nämlich alles voller Tretminen."

Versprochen, getan: Gestern ist der investigative Ortstermin angesetzt. Es ist kurz nach zehn Uhr am Vormittag. Das Parkgelände liegt im schönsten Sonnenschein, völlig menschen- und auch hundeleer.

Es dauert jedoch gar nicht lange, da streben vier junge Leute mit jeweils einem Hund an der Leine aus Richtung Burgstraße kommend schnurstracks auf die Freifläche zu. Dort angekommen werden die Tiere umgehend vom Leinenzwang befreit. Vergnügt toben sie über das Gelände.

Und das ist ja eigentlich ein schöner Anblick. Denn dort stören sie ja keinen, noch ist das Parkgelände schließlich noch nicht einmal für den Publikumsverkehr freigegeben. Und die Hinterlassenschaften können die Halter ja wieder mitnehmen.

"Wir wollten dort ja keine Verbotsschilder aufstellen."

Genau da liegt aber offenbar die Problematik: Denn eben das versäumt offenbar so mancher Hundeliebhaber, wie ein Blick nach links und rechts beim Spazieren über die Wege des ACZ-Parkes zeigt.

Dabei sollen hier bald Familien ihre Freizeit verbringen können. "Wenn die Grasnarbe richtig fest ist, so dass man darauf gehen kann", werde der Park eröffnet, hatte Bauamtleiter Engelhard Behrends im vergangenen Jahr versprochen. Das sollte nun dieses Jahr der Fall sein. Vor einer feierlichen Übergabe an die Bevölkerung muss nun aber wohl erst einmal ein Reinigungstrupp kommen.

Das Problem als solches sei ihm bislang nicht bekannt, gibt Behrends gestern im Gespräch mit der Volksstimme zu. Darüber müsse man nun aber wohl einmal nachdenken. Denn das Gelände sei natürlich nicht eingezäunt, und es gebe auch keine Verbotsschilder. "Das wollten wir ja auch nicht".

Er könne sich aber durchaus vorstellen, auf dem weitläufigen Gelände tatsächlich eine Hundewiese auszuweisen, so Behrends. Nahe der beiden Spielbereiche für Kinder wäre das zwar nicht möglich. "Auf der anderen Seite wäre das aber machbar."

Das Thema sei allerdings nicht neu: "Es wurde ja immer mal wieder im Stadtrat diskutiert, verlief dann aber auch immer wieder im Sande", erinnert Behrends. Das Problem sei jedes Mal nicht gewesen, eine Fläche zu finden, sondern die Notwendigkeit, diese dann auch hin und wieder zu säubern: "Da muss ja mehr gemacht werden."

"Das Thema Hundewiese wird aktuell neu aufgerollt."

Das wiederum könnten Hundebesitzer doch eigentlich für ihre Hundesteuer auch verlangen, ist oft zu hören, wenn man sich mit Herrchen oder Frauchen unterhält.

Derzeit gibt es 2356 Hunde allein in der Kernstadt, beziffert Kämmereimitarbeiterin Silke Fischer gestern auf Nachfrage. Hundebesitzer zahlen 40 Euro für ihren ersten Hund. Jeder weitere wird teurer. Ausgaben hat die Stadt explizit für die Hunde derzeit nicht, wohl aber Einnahmen durch die Steuer.

Allerdings gibt es neue Pläne. Denn aktuell hat das Ordnungsamt der Stadt genau die Problematik Hundewiese wieder auf dem Schirm. "Das Thema wird neu aufgerollt", bestätigt gestern Sachgebietsleiterin Birgit Matthies. Derzeit wird im Fachamt eine neue Gefahrenabwehrverordnung erstellt. In diesem Rahmen sollen auch Auslaufflächen für Hunde gefunden werden.

"Der Bürgermeister hat uns das als Aufgabe mitgegeben." Der Entwurf der Satzung soll alsbald dem Stadtrat vorgelegt werden.