Das Berufswahlforum in der Sekundarschule Kalbe hat Tradition. Erstmals wurde es am Montag aber nicht nur für die Neuntklässler, sondern auch für deren Eltern organisiert. Deshalb fand die Veranstaltung abends statt.

Kalbe l Organisator Helmut Wienert, stellvertretender Leiter der Sekundarschule Kalbe, schaute zufrieden in die Runde. Von den 32 Neuntklässlern, die derzeit in der Bildungseinrichtung beschult werden, saßen viele in der Aula. Und ein Großteil hatte auch seine Eltern mitgebracht. Die sollten sich nämlich auch anhören, was Firmen- und Personalchefs für Anforderungen an ihre künftigen Auszubildenden stellen.

Die als Berufswahlforum deklarierte Veranstaltung fand bereits zum wiederholten Mal in der Schule statt. Erstmals waren aber nun auch die Erziehungsberechtigten der Neuntklässler willkommen. Und die hörten unter anderem so ermutigende Sätze wie: "Haben Sie keine Angst. Der Knoten platzt auch bei Ihrem Kind". Diese Worte sagte Sigrun Pawelzik, die in den Berufsbildenden Schulen Salzwedel die Bereiche Wirtschaft und Verwaltung sowie Agrarwirtschaft verantwortet. Und sie machte deutlich, dass Jugendliche dort nicht nur berufliche, sondern auch schulische Abschlüsse erreichen könnten.

"Priorität", so betonte Pamela Wille von der Arbeitsagentur, "muss es aber haben, Jugendliche in eine betriebliche Ausbildung zu bringen." Viele Firmen, auch in der Altmark, würden inzwischen händeringend nach Auszubildenden suchen. "Und wir möchten die Jugendlichen gern hierbehalten. Wir brauchen unsere Kinder", so Wille in Anspielung auf den demografischen Wandel.

Leider könnten einige Schüler aber die gestellten Anforderungen nicht erfüllen oder hätten völlig falsche Vorstellungen von ihrem künftigen Ausbildungsberuf. Umso wichtiger, sagte die Fachfrau, sei es, sich vorher zu informieren. In dem Zusammenhang wies beispielsweise Andreas Schön vom Gardeleger Johanniterhaus "Rieseberg" auf die Möglichkeit von Praktika oder freiwilligen sozialen Jahren hin.

Der allgemein gängigen Auffassung, hiesige Unternehmen würden ihre Auszubildenden später sowieso nicht übernehmen, wirkte Andrea Schomburg von der Sparkasse entgegen: "Wir bilden unsere Mitarbeiter aus, um sie dann auch zu behalten", sagte sie und räumte gleich noch mit einem anderen Vorurteil auf: "Wir suchen nicht nur Abiturienten." Allerdings mahnte sie die künftigen Auszubildenden, genau auf die Form ihrer Bewerbung zu achten - "das ist eure Eintrittskarte" - sowie auf ihre Optik. "Denn dafür gibt es keine zweite Chance." Zudem sei es wichtig, dass künftige Auszubildende teamfähig seien und dass sie mit Menschen umgehen könnten. "Sonst nützt uns die Eins in Mathe auch nichts", so Schomburg.

Eines wurde generell deutlich: Der Arbeitsmarkt wartet auf die künftigen Schulabgänger. "Das", so Helmut Wienert zu seinen jungen Zuhörern, "ist euer Vorteil." Zurücklehnen sollte sich dennoch niemand. Denn das Zeugnis der neunten Klasse ist in den meisten Fällen die Grundlage dafür, um auch wirklich den gewünschten Ausbildungsberuf ergreifen zu können. Das machten die Referenten anschließend auch noch einmal in Einzelgesprächen deutlich.

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