Das Dach der Solpker Turnhalle ist nicht mehr reparabel. Es muss komplett erneuert werden. Das haben die Gutachten zweier Statiker erbracht. Die Verwaltung schlägt zwei Möglichkeiten vor: eine Dacherneuerung oder auch eine Komplettsanierung der Halle - sofern es Fördergeld gibt.

Gardelegen l "Die Verantwortung will keiner übernehmen." Kurz und knapp kommentierte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends die Gutachten von Statikprüfern aus Stendal und Madgeburg. Die hatten im Auftrag der Stadt geprüft, ob das Dach der Solpker Turnhalle mit den maroden und teils kaputten Dachbindern repariert werden kann oder nicht. Beide Gutachter seien unabhängig voneinander zu dem Schluss gekommen, dass eine Reparatur nicht möglich sei. In Frage käme nur eine komplette Erneuerung des Daches der Halle. Möglich sei allerdings auch eine grundhafte Sanierung der Turnhalle.

Zur Vorgeschichte: Die Sporthalle war am 5. Dezember vorigen Jahres von der Stadt gesperrt worden. Grund dafür waren kaputte Dachbinder, die dazu führen könnten, dass das Hallendach einstürzt. Für die Zukunft der Halle, in den 1970er Jahren erbaut, gab es mehrere Möglichkeiten: Abriss, Reparatur oder Erneuerung des Daches oder auch eine Sanierung der Halle insgesamt. Von den kommunalpolitischen Gremien wurde ein Abriss aufgrund der Bedeutung der Halle für die Region abgelehnt. Die wird seit vielen Jahren unter anderem vom SV Komet Solpke genutzt -täglich nachmittags von 16 Uhr bis abends 21 Uhr. Vormittags fand bis zur Sperrung der Halle täglich der Sportunterricht der Grundschule statt. Die Verwaltung war beauftragt worden, die Varianten zu prüfen (wir berichteten).

Und das ist nun erfolgt. Eine Reparatur des Daches, wie von einer Planungsfirma aus Weimar vorgeschlagen, hätte 130000 Euro gekostet. Aus Sicherheitsgründen seien die Statikprüfer hinzugezogen worden, erläuterte Behrends gestern auf Anfrage. Die hatten nun festgestellt, dass eine Reparatur nicht möglich sei.

"Damit müssen wir uns nun abfinden. Die Dachbinder sind in die Jahre gekommen."

"Damit müssen wir uns nun abfinden. Die Dachbinder sind in die Jahre gekommen. Ein erneuter Bruch kann nicht ausgeschlossen werden. Das Dach muss erneuert werden", so Behrends. Kostenpunkt: 320000 Euro. Im Haushaltsplan- entwurf der Stadt für 2014 sei die Maßnahme auch enthalten. Mehr noch: Im Haushalt verankert sei sogar eine Komplettsanierung der Halle unter anderem mit neuen Fenstern, Hallenfußboden, Wärmedämmung und sanitären Anlagen für 970000 Euro. Die könne allerdings nur dann erfolgen, wenn es Fördergeld gibt. Und einen Antrag hat die Stadt schon mal vorsorglich gestellt, informierte Behrends, der dafür ein Förderprogramm mit dem Titel "Kleine Städte und Gemeinden" ausfindig gemacht hat. Zwei Drittel der Baukosten könnten darüber gefördert werden.

Fördermittel hat die Verwaltung erneut auch für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Mieste beantragt, und zwar über das Programm Stadtumbau Ost, aufgeteilt auf zwei Jahre (2014 und 2015). Die Gesamtkosten für den Neubau sind mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Auch hierfür sei eine Zweidrittelförderung möglich - wenn es denn Geld gibt, so Behrends. Der hat unterdessen schon mehrfach Gespräche mit den Zuständigen im Bauministerium geführt, sowohl telefonisch als auch persönlich, um die Bedeutung der beiden Projekte für die Stadt deutlich herauszustellen, so Behrends weiter. Am kommenden Montag wird er wieder nach Magdeburg fahren. Dort findet die Baumesse 2014 statt. Die Messe will er nutzen, um mit Vertretern des Bauministeriums erneut über die Problematik zu sprechen. "Wir wollen da noch mal den Finger auf die Wunde legen", sagte Behrends. Derzeit sei es so, dass sich alle "Mühe geben wollen", aber konkret könne im Land noch keiner was sagen. "Wir haben eine neue Bundesregierung. Die Bundesministerien wurden neu besetzt. Das wird also noch etwas dauern", so Behrends weiter.

Am Montag, 3. März, will Behrends im Bauausschuss über die Thematik informieren. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Saal des Gardeleger Rathauses. Und ein Schwerpunkt der Beratung wird die Haushaltsplanung der Stadt für 2104 sein.

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