Gardelegen l "Nein, nein, nein, das gibt`s doch gar nicht", platzte lautstark ein Mann in Frack und Zylinder, weißen Handschuhen und feinem Gehstock ins Schützenhaus und unterbrach die lockere Plauderrunde von Kaffeeklatsch-Moderator Hans-Joachim Stiegler und Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Er sei doch der Bürgermeister von Gardelegen, 1925 zum Bürgermeister auf Lebenszeit ernannt, stellte sich der Mann vor: Julius Beck, (charmant gespielt von Rupert Kaiser, Mitarbeiter der Stadtverwaltung).

Zwei Bürgermeister auf dem Klatschsofa, zwei, die so einiges "gerissen haben für Gardelegen", wie Julius Beck betonte. Während er sich ein Schlückchen aus einem Fläschchen gönnte, das er aus dem Gehstock zutage beförderte, zählte Kaiser einige Verdienste Julius Becks auf, der 1881 sein Amt mit 27 Jahren als jüngster Bürgermeister Deutschlands angetreten hatte: die Anlage der Wallpromenade, die Gründung der Feuerwehr, Bau des Schlachthofes, Kanalisations- und Wasserleitungsbau und der städtische Friedhof. Bürgermeister war Beck bis zum 31. März 1923 und danach noch kommissarisch bis Ende 1923. 1925 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste zum Bürgermeister auf Lebenszeit ernannt. Im gleichen Jahr beschloss der Magistrat, Julius Beck die Ehrenbürgerrechte zu verleihen. Im Oktober dieses Jahres jährt sich sein Geburtstag zum 160. Mal.

Vor dem unerwarteten Besuch hatte der aktuelle Bürgermeister Fuchs einen Rückblick auf 2013 gehalten und über Vorhaben in diesem Jahr informiert: Sanierung Grundschule Mieste, Neubau einer Kita in Mieste, der neue Bürgerpark am Burgwall, die Renaturierung des Asbestwerkes in Mieste, der Ausbau der Burgstraße und der Weteritzer Landstraße. All das fand auch die Anerkennung von Julius Beck, der es allerdings gar nicht gut fand, dass Fuchs mit dem Ende seiner Legislaturperiode am 3. Juli 2015 nicht wieder kandidieren will.

Nächster Unterhaltungsnachmittag am 10. April

Beide erhielten für die humorvolle Einlage viel Beifall vom Publikum. Den gab es auch für Moderator Hans-Joachim Stiegler, der wieder gekonnt und charmant durchs Programm führte, so manchen Witz und Gag parat hatte und das Publikum - gut 90 Gäste waren der Einladung zum 98. Kaffeeklatsch mit Stiegler gefolgt - in das Geschehen einbezog. Beifall gab es auch für das Duo Glücksstern mit Sabine Marschel und Frank Stern aus Arendsee. Beide Musiker erfreuten das Publikum mit beschwingten Weisen. Geschunkelt und mitgesungen wurde bei Liedern wie bei der Köhlerliesel und der Vogelhochzeit.

Nach dem Programm ging es dann mit Tanzmusik von DJ Jochen Steinecke weiter.

Der nächste Kaffeeklatsch, der 99., findet bereits am Donnerstag, 10. April, im Schützenhaus statt.

 

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