Die Stadt Gardelegen plant in Mieste ein weiteres Großprojekt: den Abriss der Kartoffelschäl- und Abpackanlage und die Renaturierung des etwa vier Hektar großen Geländes. Die Kosten dafür liegen bei 706000 Euro.

Gardelegen/Mieste l Das Projekt ist ganz neu. So neu, dass es in den Entwurf der Haushaltsplanung für 2014 im ersten Änderungsblatt aufgenommen wurde. Die Stadt plant die Renaturierung der alten Kartoffelschäl- und Abpackanlage (Kasa) am Ortsrand von Mieste. 706000 Euro sind für das Projekt veranschlagt.

Und es war eher ein Zufall, der die alte Industriebrache in den Fokus von Bauamtsleiter Engelhard Behrends rückte. Ausgangspunkt waren 380000 Euro Restfördermittel, die beim Abriss und der Renaturierung des Miester Asbestwerkes übrig geblieben waren. "Wir wollten die nicht zurückgeben", sagte Behrends. Das Bauamt habe sich dann umgeschaut in Mieste und die alten "Schabracken der Kasa" entdeckt. Das Gelände befinde sich derzeit noch in Privatbesitz. Der Eigentümer hätte allerdings niemals Möglichkeiten und Mittel gehabt, die Brache von Altlasten zu beräumen. Die Stadt wird das Gelände kaufen. Ein Gutachten wird derzeit erstellt. "Wir wollen das Thema angehen, weil sonst keiner kommt und das macht", sagte Behrends.

Unterdessen hat sich allerdings bei den Finanzen etwas geändert. Beim Abriss der Asbesthallen sei festgestellt worden, dass in den Hallen im Fußbodenbereich in Größenordnungen Asbestabfall verarbeitet worden sei. Darüber hinaus seien zum Teil 1,50 Meter tiefe Gruben entdeckt worden, die mit Asbestresten verfüllt worden waren. Schätzungsweise handele es sich um 2000 Tonnen Asbest. "Die 380000 Euro brauchen wir also noch für das Asbestzementwerk. Sie sind nicht mehr übrig", sagte Behrends.

"Und dort wurde überraschend Ja gesagt."

Der hatte dann aber im Landesverwaltungsamt bezüglich der Kasa und einer möglichen Förderung vorgesprochen. "Und dort wurde überraschend Ja gesagt", zeigte Behrends sich erfreut. Eine mündliche Zusage für Fördergeld aus dem Landesprogramm Altlastensanierung und Bodenschutz im Umfang von 536000 Euro gebe es bereits. Alles komplett sei nicht förderfähig. Der städtische Anteil liege bei 170000 Euro.

Zum Projekt: Abriss von zehn Hallen und Gebäuden mit Heizhaus (Abbruch von 55000 Kubikmeter umbauter Raum), Kläranlage, Flächenbefestigungen aus Beton, die Entsorgung von 200 Tonnen Bauschuttabfälle, 90 Tonnen Mineralwolle, 165 Tonnen Dachpappe und 12000 Qua-dratmetern Beton. Das Gelände wird planiert und begrünt. Zuvor werden 2500 Kubikmeter Füllboden und 3500 Kubikmeter Mutterboden eingebracht.

Laut Förderbedingung muss das Gelände mindestens zehn Jahre brach liegen. Behrends: "Da wird es dann nur eine Grünfläche geben."