Sie treffen sich wöchentlich zum Singen, einmal im Jahr kommt auch das Tanzen dazu: Am Sonnabend feierten die Herren des Letzlinger Männergesangvereines im örtlichen Kulturhaus ihren traditionellen Sängerball - mit den Damen ihres Herzens und vielen Gästen.

Letzlingen l Er hatte zahlreiche Urkunden mitgebracht und dazu ein dickes Kompliment an die Letzlinger: "Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem die Vereine so zusammenhalten, wie in Letzlingen", lobte Alfred Fischer, Vorsitzender des Sängerkreises Heide Drömling, am Samstagabend. Und damit hatte er wohl recht.

"60 Jahre - ich weiß gar nicht mehr, was ich da gerade gemacht habe."

So mancher der Herren des Chores hatte tags zuvor nämlich auch schon an der Jahressitzung der Schützen teilgenommen, so mancher Sportler in Letzlingen singt und schießt oder angelt wohl, denn eine Grußbotschaft und ein kleines Präsent gab es zum Beispiel auch von Ronny Arnold im Namen des Anglervereines.

Dass sich die Letzlinger nicht nur gern, sondern auch ausdauernd in ihren Vereinen engagieren, zeigten schließlich die Zahlen, die auf den Urkunden standen, die Fischer im Namen des Deutschen Chorverbandes überreichte. So wurden Heinrich Michelmann und Wilhelm Leifert sowie in Abwesenheit Gerhard Wolf für ihre 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. "60 Jahre", staunte Fischer, an Vereinschef Andreas Bartsch gewandt, "ich weiß gar nicht mehr, was ich da gerade gemacht habe". Der musste daraufhin herzlich lachen: Er, so Bartsch, sei da schließlich noch gar nicht auf der Welt gewesen.

Im Namen des Landeschorverbandes überreichte Fischer schließlich noch Urkunden an die langjährigen Sänger Fritz und Wilhelm Schulze und an die fördernden Mitglieder Helmut und Eberhard Müller. Ersterer sorgt durch seinen Beitrag ebenfalls bereits seit 50 Jahren für das Ensemble.

Für ihr Engagement bekamen sowohl die sangesfrohen als auch die großzügigen Herren Vereinsmitglieder dann natürlich viel Applaus - und ein Ständchen, an dem sie sich sogar selbst beteiligten. Denn selbstverständlich wurde am Sonnabendabend auch kräftig gesungen. So wanderten die Männer "Im Frühtau zu Berge" und versicherten - dirigiert von Matthias Mücke, der derzeit den erkrankten Chorleiter Rolf Drebenstedt vertritt -, dass es "Kein schöner Land" gibt, als "hier das unsere weit und breit".

Bevor sich Mitglieder und Gäste dann am Büfett stärken konnten, hatte Vereinschef Andreas Bartsch aber auch noch ein paar Worte vorbereitet. Auch er lobte das rege Vereinsleben, wünschte sich aber noch mehr Beteiligung an den Probenabenden und überredete deshalb die Damenwelt zur Unterstützung: "Liebe Frauen", so Bartsch an die Partnerinnen der Sänger gewandt, "helft euren Männern freitags auf die Sprünge." Als Lohn, so versprach Bartsch, winke auch die alleinige Herrschaft über die heimische Fernbedienung.

Nach der ersten Tanzrunde vor der Bühne im Kulturhaussaal hatten die Organisatoren schließlich auch noch ein kleines Programm vorbereitet. Nach einer lustigen Power-Point-Präsentation tauchte nämlich sogar der vielzitierte Wolf im Kulturhaus auf und brachte die Gäste zum Lachen.

Auch das ist aber sicher gut für die Stimmbänder.

 

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