Gardelegen (dly) l Mit "Verwunderung und auch Verdruss" und "etwas vergnatzt" hat Norbert Hoiczyk, Fraktionsvorsitzender der Freien Liste im Gardeleger Stadtrat, die Reaktion der Freien Liste darauf beschrieben, dass Hannelore von Baehr für die Alternative für Deutschland (AfD) bei den Stadtratswahlen am 25. Mai kandidiert (wir berichteten).

"Sein Verdruss ist bedauerlich, aber vielleicht hätte er selbst ihn vermeiden können", reagierte Georg Krutzfeld, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Altmark West. Als Hannelore von Baehr 2013 die Freie Liste und deren Fraktion im Stadtrat verließ, wäre es unter Umständen möglich gewesen, eventuelle Irritationen im fairen Umgang miteinander auszuräumen. "Wenn nicht, warum dann jetzt Herrn Hoiczyks Verdruss? Weil Frau von Baehr nun für eine andere politische Kraft antritt als für die Freie Liste? Das kommt in der Politik auch schon mal vor, dass man an Erkenntnissen gewinnt und sich deshalb anderen Bewegungen oder Parteien nähert als den bisherigen. Herr Hoiczyk selbst hat diese Erfahrung ja auch gemacht", so Krutzfeld. (Hoiczyk war CDU-Mitglied, hatte sich dann für die Schill-Partei engagiert - A. d. Red.)

"Vielfältige Mischung mit neuen Ideen"

"Mag ein Teil des Verdrusses von Herrn Hoiczyk daher rühren, dass wir, die AfD, uns an Frau von Baehr mit der Bitte um eine Kandidatur auf unserer Liste gewandt haben und er das als `Jagen in fremdem Revier` betrachten könnte? Ein solcher Vorwurf träfe natürlich ganz und gar nicht zu, denn Frau von Baehr gehört der Freien Liste nicht mehr an. Obendrein: Die Freie Liste ihrerseits hat ja jedes AfD-Mitglied im Altmarkkreis angesprochen, ob es nicht auf dem Wahlvorschlag der Freien Liste zur Kreistagswahl antreten wolle", erklärte Krutzfeld. Und weiter: "Und an dieser Stelle ist man geneigt, Herrn Hoiczyk trösten zu wollen: Nahezu im Stil einer der etablierten Altparteien ist es - Herr Hoiczyk sagt es selbst - der Freien Liste gelungen, etliche Kandidaten für den Kreistag, für mehrere Stadt- und Ortschaftsräte zu gewinnen. Was für ein Schatz! Nur dieses eine Juwel fehlt. Mag Herr Hoiczyk sich nicht grämen: Wenn die Wählerschaft es so will, dann wird sich in den neuen Parlamenten eine vielfältige Mischung an Bürgerinnen und Bürgern finden, die mit hoffentlich vielen neuen und guten Ideen engagiert Kommunalpolitik betreiben. Das kann für die Städte und Gemeinden nur gut sein. Und darauf allein kommt´s doch an. Stimmt´s?"