Die Sicherungsarbeiten am Großen Hospital und am Schloss Isenschnibbe sollen in diesem Jahr fortgesetzt werden. Für beide Objekte gibt es eine 100-prozentige Förderung.

Gardelegen l Das Große Hospital gehört zu den wertvollsten und schönsten Gebäuden der Stadt, schwärmte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs im jüngsten Bauausschuss. Und Anlass dafür war die Investitionsplanung der Stadt für 2014 im Rahmen der Haushaltsplanung. Knapp 12 Millionen Euro sollen investiert werden. Zu den Vorhaben gehört auch die Fortsetzung der Sicherungsarbeiten am Großen Hospital und am Schloss Isenschnibbe.

Fördergeld gibt es dafür aus dem Programm Stadtumbau Ost - Sicherungsmaßnahmen an historischen Gebäuden: insgesamt 242000 Euro. 70000 Euro werden für das Große Hospital zur Verfügung gestellt und 172000 Euro für das Schloss Isenschnibbe.

Sowohl im Bauausschuss als auch im Hauptausschuss gab es Anfragen zu beiden Objekten. Insbesondere zum Großen Hospital, was die künftige Nutzung betrifft. Ein Nutzungskonzept gebe es dafür nicht. "Nebenan sitzt das Schulverwaltungsamt. Unsere Absicht ist es, das Erdgeschoss zu sanieren, damit das Schulverwaltungsamt dort einziehen kann", erläuterte Fuchs, der kraft seines Amtes auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Hospitalstiftung zu Gardelegen ist. Die Stiftung ist auch Eigentümer der Immobilie.

Zunächst gehe es aber nur darum, die historische Gebäudesubstanz zu sichern. Das Dach sei fertig. Jetzt sei man dabei, im Inneren die aufsteigende Nässe zu stoppen. Dringenden Handlungsbedarf gebe es jedenfalls. "Wir hatten Glück, dass das Dach nicht schon vor den Sicherungsarbeiten heruntergekommen ist. Die Balken waren zum Teil völlig weggefault. Wir wollen das Haus erhalten, und wir werden auch einen Nutzer für das Gebäude im Stadtzentrum finden. Ich bitte da einfach um Zuversicht. Es wird aber noch viel Geld kosten, um das Haus wieder mit Leben zu erfüllen", sagte Fuchs. Allerdings sei die Gebäudesanierung und Vermarktung nicht Sache der Hospitalstiftung. Deren Zweck liege nicht darin, Gewinn zu machen und einzustreichen, sondern Bedürftige zu unterstützen. "Wir müssten dann für das Hospital einen anderen Besitzer finden", so Fuchs weiter. Und das könne eigentlich nur die Stadt sein.

Die Erneuerung der großen Freitreppe soll in diesem Jahr Schwerpunkt der Arbeiten am Schloss Isenschnibbe sein. Darüber hinaus sei vorgesehen, das Glasdach des großen Balkons in Ordnung zu bringen, erläuterte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Das Dach wurde bereits im vorigen Jahr komplett saniert.

Der Bauausschuss sprach sich für weitere Arbeiten am Schloss aus. "Jedenfalls solange es die 100-prozentige Förderung vom Land gibt", betonte Gustav Wienecke (Gemischte Fraktion) im Bauausschuss. "Ist es richtig, dass das Geld zweckgebunden für Schloss Isenschnibbe bewilligt wurde?", fragte Sven Grothe (Feuerwehrfraktion). Ja, das sei richtig, die Mittel seien zweckgebunden für das Schloss Isenschnibbe beantragt worden, erläuterte Behrends. Das Geld könne nicht anderweitig eingesetzt werden. Das Land sei damit auch am Erhalt des Gebäudes interessiert, das das einzige Gründerzeitschloss in Deutschland sein soll. "Und das ist wichtig, dass wir das auch entsprechend nach außen tragen, denn mir hilft ja auch keiner, wenn ich meine private Haustreppe erneuern will", betonte Grothe mit Blick darauf, dass sich das Schloss in Privatbesitz befindet. Mit dem Eigentümer, so Behrends, seien dazu entsprechende Verträge abgeschlossen worden.