Gleich mehrere Probleme gibt es bei der Sanierung des Gebäudes Käse-Walter an der Thälmannstraße 16: eingetragene Grundbuchrechte, Grenzbebauung und Forderungen des Denkmalschutzes. Noch hat die Stadt Hoffnung, dass das Gebäude saniert werden kann.

Gardelegen l Das Gebäude Käse-Walter in der Fußgängerzone der Ernst-Thälmann-Straße ist eines der Gebäude in Gardelegens Innenstadt, das den Anblick der schmuck sanierten Fachwerkhäuser und anderen Gebäude doch empfindlich stört, und das, wie gesagt, mitten in der Stadt. Es ist auch eines der letzten Häuser im Stadtzentrum, die noch nicht saniert worden sind. Doch es gibt durchaus Aktivitäten, Verhandlungen und Pläne, wenngleich bis vor kurzem auch noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses informierte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends, dass die Drogeriekette Roßmann mit ihrer Gardeleger Filiale dort gern einziehen würde. Allerdings gebe es einige Bedingungen, und dazu gehörten geschäftsnahe Parkplätze für die Kundschaft. Und das ist eines der Probleme bei einer möglichen Sanierung und einem Umbau des Hauses für die Rossmannfiliale.

Dieses Thema war Gegenstand eines Lokaltermins am Dienstag unter anderem mit Vertretern der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises, der Stadtverwaltung und dem Eigentümer der Immobilie.

Auf dem Hof des Gebäudes befinden sich zwei alte Gebäude. Eines, das abgerissen werden darf, ist bereits abgerissen, informierte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs im Hauptausschuss über das Beratungsergebnis. Das Haupthaus sei entkernt. Zum Abriss des zweiten Gebäudes, um Platz für Stellflächen zu schaffen - etwa 15 werden benötigt - gebe es allerdings denkmalrechtliche Einwände.

Inwieweit es eine Klärung gebe, sei jetzt Sache der Planer und der Denkmalschutzbehörde. Insgesamt gesehen sei das Ganze eine sehr komplizierte Angelegenheit. "Ich habe dennoch Hoffnung, dass wir das große Ziel, nämlich die Sanierung und Nutzung des Hauses, erreichen", meinte Fuchs.

Die Drogeriekette wolle jedenfalls schon lange aus dem Gebäude an der Kreuzung Wollbrandseck umziehen in ein anderes Gebäude. Vor allem die Lage sei ein Problem, was die Anlieferung von Waren betreffe. Ebenso fehlten Parkplätze. Außerdem sei die Verkaufsfläche mit knapp 300 Quadratmetern zu klein. Im Gebäude Thälmannstraße 16 stünden etwa 700 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung.

Die Stadt und auch die Innenstadthändler und Gewerbetreibenden haben jedenfalls ein großes Interesse, dass der Drogeriemarkt in der Stadt bleibt und möglichst in die Fußgängerzone zieht. Das wurde auch bei der Auftaktveranstaltung zur Innenstadtbelebung "Stadt im Gespräch" deutlich.

Neben dem Gebäude Käse-Walter wurden am Dienstag außerdem das Trüstedtsche Haus und das Gebäude Sandstraße 9 besichtigt (wir berichteten gestern).