Die Obermeister und Obermeisterinnen sowie die Ehrenkreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Altmark haben sich am Montag im Landgasthof Berge getroffen. Gast war auch Landrat Michael Ziche, der unter anderem über öffentliche Investitionen sprach.

Berge l Jährlich gibt der Altmarkkreis Salzwedel zwei bis zweieinhalb Millionen Euro für Tiefbauprojekte aus und drei bis vier Millionen Euro für Arbeiten im Hochbaubereich. In den vergangenen Jahren seien allein in die Bildungsinfrastruktur im Altmarkkreis fast 20 Millionen Euro investiert worden, berichtete Landrat Michael Ziche den Handwerkern und versicherte: "Die übergroße Mehrheit der Aufträge ist an die regionale Wirtschaft gegangen."

Ziche räumte aber auch ein, dass gerade bei öffentlichen Ausschreibungen, besonders wenn es um EU-Fördergeld geht, die bürokratischen Hürden sehr hoch sind. Bei solchen Ausschreibungen gebe es immer sehr wenige Bewerber. "Das ist ein Zeichen dafür, dass der bürokratische Aufwand reduziert werden muss", sagte der Landrat. Mittlerweile seien 80 Prozent der Summen für öffentliche Aufträge EU-Geld. Er sagte den Handwerkern zu, "gemeinsam an der Front zu stehen", um beispielsweise seitens der Landesregierung Verbesserungen zu erreichen.

Auf offene Ohren bei den Handwerkern stieß der Landrat auch mit der Forderung, dass die Verkehrsinfrastruktur verbessert und der Anschluss an das Autobahnnetz kommen muss, und mit seinem Bericht, wie der Zweckverband Breitband Altmark in den kommenden sechs bis acht Jahren die Internetversorgung verbessern will. Zudem warb Michael Ziche für die neue Imagekampagne mit dem Slogan "Grüne Wiese mit Zukunft". Diese soll auch das altmärkische Handwerk nach außen vertreten. Ziche: "Es geht um Außenwerbung, nicht im Innenmarketing." Es gehe darum, die Altmark deutschlandweit, ja sogar europaweit als Marke zu etablieren. Auf kritische Stimmen aus Reihen der Obermeister reagierte er mit der Bitte darum, "der Kampagne Zeit zu geben", die notwendigen Strukturen zu schaffen.

Ein Thema, das während der Zusammenkunft der Obermeister und Obermeisterinnen eine wichtige Rolle spielte, war die Lehrlingsausbildung, konkret die Bildung der Prüfungskommissionen. Ein Grund: In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Auszubildenden halbiert, sagte Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg. Das bestätigte Landrat Michael Ziche. Als er 2008 ins Amt gewählt wurde, gab es im Altmarkkreis etwa 2000 Berufsschüler, jetzt sind es knapp 1000. Um noch Klassen bilden zu können, haben der Altmarkkreis Salzwedel, der Landkreis Stendal, der Bördekreis und das Jerichower Land mit der Bildung eines Nordverbundes reagiert.

Zusammenschluss - das ist es auch, was Burghard Grupe von den Innungen erbittet. Innungen mehrerer Kreishandwerkerschaften sollten sich bei der Bildung von Prüfungskommissionen zusammenfinden, damit ausreichend Prüflinge für die Kommission da sind.

"Schließen Sie sich zusammen."

Denn das Kultusministerium werde die Berufsschullehrer für die Prüfungen nicht mehr freistellen, wenn nur ganz wenige Lehrlinge geprüft werden sollen, erklärte Grupe. Weil dies seit ein, zwei Jahre "ein permanentes Thema" sei, gab es schon mehrere Gespräche mit Vertretern der Landesregierung. Grupes Appell an die Innungen: "Schließen Sie sich zusammen." Bis zum Herbst müssten die Entscheidungen getroffen sein, denn im Frühjahr des kommenden Jahres werden die neuen Gesellenprüfungsausschüsse berufen. In der Altmark sei das Problem noch nicht so akut, sagte Bernhard Brauer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Altmark. Es sei schon jetzt so, "dass es in allen Innungen nur einen Prüfungsausschuss für die Altmark gibt", erklärte er: "Wir haben noch ein paar Baustellen, aber die sind bis zum Jahresende geklärt."