Die Demonstration für die Estedter Grundschule am Freitagabend nahm Estedts Ortsbürgermeister Horst Krüger zum Anlass, Bürgermeister Konrad Fuchs zu attackieren. Dieser setze den Auftrag, die Schule zu erhalten, nicht um.

Estedt l Es war die vom Elternverein der Estedter Peter-Härtling-Grundschule initiierte Demonstration für den Erhalt des Standortes und der Estedter Ortsbürgermeister Horst Krüger nutzte sie am Freitagabend für eine Generalabrechnung mit Bürgermeister Konrad Fuchs.

Immer wieder von Beifall unterbrochen, redete sich Krüger mit heftigen Vorwürfen in Fahrt, nachdem er sich zunächst bei den Unterstützern des Grundschulstandortes bedankt hatte: "Es fehlt mir aber die Unterstützung und der Wille des Bürgermeisters dieses umzusetzen." Die Stadt habe den Auftrag, dass die Schule erhalten bleibe und "er hat nichts unternommen". Krüger weiter: "Ich appelliere an den Bürgermeister, diesen Auftrag umzusetzen."

Im Oktober hatte sich der Stadtrat nur gegen die Schließung des Standortes ausgesprochen, allerdings keine Änderung der Schuleinzugsbereiche beschlossen, um die Schülerzahlen in Estedt zu erhöhen. Nach aktuellem Stand sind es 46 Kinder, die ab August dort lernen -und damit genau sechs zu wenig, um die vom Land geforderten 52 Schüler je Grundschule in dünn besiedelten Regionen zu erreichen.

"Aber hier ist nichts marode"

Krüger griff Fuchs noch schärfer an, in dem er ihm vorwarf, dass "es bestimmte Orte gibt, wo er seinen Auftrag erfüllt, und in anderen nicht, da muss ich gar keine Namen nennen". Krüger wetterte: "Für manche Orte ist Unterstützung da, für andere nicht. Ich glaube, dass manche Orte nicht dazugehören." Es werde alles verschleudert, "was wir über die Jahre erhalten haben, Geld wird eingesetzt, wo wir keinen Einfluss haben". Das sei eine Schande, so der Ortsbürgermeister: "Wir haben Schulen und Kitas in Ordnung gehalten."

Sein Ärger richtete sich auch in Richtung Mieste "wo insgesamt fast sieben Millionen Euro investiert werden, neue Kita, Schulsanierung und, und, und". Krüger ergänzte: "Die haben 3000 Einwohner und haben es nicht geschafft, wir haben 400 Einwohner und kriegen noch einen Rüffel. Aber hier ist nichts marode."