Wie der Tourismus in der Stadt angekurbelt werden kann und Jeseritz ein energieautarkes Dorf werden könnte, waren Themen der letzten Ortschaftsratssitzung. Der Ortschaftsrat sieht dabei die Verwaltung in der Pflicht.

Jeseritz l Das Hauptaugenmerk des Ortschaftsrates ist klar: "Wir wollen unser Dorfgemeinschaftshaus auf jeden Fall behalten", sagt der Jeseritzer Ortsbürgermeister Reiner Köhler. Dort seien insgesamt 199 000 Euro in den vergangenen Jahren investiert worden. Außerdem hätten Jeseritzer mehr als 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Dass das Jeseritzer Dorfgemeinschaftshaus verkauft wird, ist zurzeit eher nicht zu befürchten, denn schon im vergangenen Jahr hatte Stadtkämmerer Maik Machalz angekündigt, dass Dorfgemeinschaftshäuser nur noch verkauft werden sollten, wenn Interessenten von sich aus kommen.

Außerdem beschäftigte den Jeseritzer Rat bei seiner letzten Sitzung das Thema Ruinen im Ort. Köhler: "Das sind Schandflecken, die beseitigt werden müssen." Die Hausbesitzer wohnen schon lange nicht mehr in Jeseritz, Steuern würden sie auch nicht zahlen, die Gebäude verfallen zusehends. Er sieht dabei die Stadt in der Pflicht auf die Besitzer zuzugehen, um womöglich das Grundstück für einen Euro abzukaufen und so Platz für junge Familien zu schaffen. Köhler: "Die bezahlen ihre Schulden sowieso nicht mehr."

Eine Bauplatzanfrage habe es im vergangenen Jahr in Jeseritz gegeben, "sogar in der Ortslage, aber die ist vom Bauamt abgelehnt worden", so der Ortsbürgermeister. Er bedauerte das, denn die junge Familie sei inzwischen nach Flechtingen gezogen.

"Es wäre schön, wenn wir eine Genossenschaft gründen könnten."

Unter dem Motto Visionen berieten die Ortschaftsratsmitglieder darüber, wie Jeseritz ein "energieautarkes Dorf" werden könnte. Etwa durch die Installation von Windrädern. "Es wäre sehr schön, wenn wir eine Genossenschaft gründen könnten", so der Ortsbürgermeister. Denn so könnte Geld erwirtschaftet werden, das anschließend in der Region bleibe. Entscheidend sei, dass sich jemand davor spanne, um so etwas auf die Beine zu stellen, sagte er. Konkret meinte er damit die Gardeleger Wirtschaftsförderin. Außerdem schlägt der Jeseritzer Ortschaftsrat der Stadtverwaltung vor, den Tourismus mit einem Paket für junge Familien anzukurbeln. Dazu sollte es eine Internetseite geben, wo alle Unterkunftsmöglichkeiten, Gaststätten der Stadt, Fahrradverleihe und ähnliches genannt werden. Köhler brachte dabei auch Kanutouren an der Ohre und den Drömlingstourismus in Spiel. "Es müsste ein Erlebnistourismus für junge Familien sein", so Köhler.