Die Stadt Kalbe sieht sich, was die Brandschutzauflagen für das Kalbenser Kulturhaus betrifft, vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt. Das hat Bürgermeister Karsten Ruth auch dem Hauptausschuss so mitgeteilt.

Kalbe l "Wir müssen uns in absehbarer Zeit darüber unterhalten, ob wir das Kulturhaus noch so weiterbetreiben können wie bisher." Das hat Bürgermeister Karsten Ruth kürzlich vor dem Kalbenser Hauptausschuss erklärt.

"Wir müssen uns bis Ende April zu dem Thema äußern."

Bürgermeister Karsten Ruth

Dort ging es um jene Auflagen für das Gebäude, die von den Brandschützern des Altmarkkreises Salzwedel erteilt worden sind. Laut Ruth handelt es sich dabei um einen ganzen Forderungskatalog. "Einiges lässt sich sicher schnell regeln wie zum Beispiel das Freiräumen von Fluchtwegen oder die Installation von Feuerlöschern." Anderes sei es für die Stadt finanziell schlichtweg nicht machbar, so Ruth weiter.

Wie er sagte, gehe es vor allem um jenen Bereich, der sich über Haupteingang und Foyer sowie über der Bibliothek befinde. Dazu gehören auch das Kabinett und der Kleine Saal. Angesichts der Brandschutzauflagen, so der Bürgermeister, "kann ich die Nutzung des Kleinen Saales derzeit nicht genehmigen". Denn es gäbe keinen zweiten Fluchtweg.

Zwar ließe sich dieser möglicherweise recht unkompliziert über einen Durchbruch zur alten Hausmeisterwohnung herstellen - diese ist über eine weiteres Treppenhaus erreichbar -, doch sei es damit nicht getan. Auch der Einbau von Brandschutztüren werde gefordert. Kosten und Nutzen seien da genau abzuwägen, meinte Ruth.

Nach seinen Angaben gäbe es aber auch neue Brandschutzauflagen für den Mehrzwecksaal. Dies finde er insofern verwunderlich, weil dabei ja mit den Brandschützern des Kreises kooperiert worden sei, als vor einiger Zeit die dortigen Umbaumaßnahmen stattgefunden hätten.

"Wir haben eine Frist erhalten und müssen uns nun bis Ende April zu diesem Thema äußern", erklärte der Bürgermeister. Das Fachamt prüfe gerade, inwiefern die Forderungen, sowohl im Hinblick auf den Denkmalschutz als auch auf den Bestandsschutz, wirklich gerechtfertigt seien.

Hauptausschuss-Mitglied Mathias Graf riss dies zu der Frage hin: "Glaubt man denn beim Kreis, dass dieses Kulturhaus immer noch täglich von tausend Leuten besucht wird?" Und auch Ausschussmitglied Helmut Bender - in seiner Zeit als Kalbenser Bürgermeister wurde das Kulturhaus einst vom Kreis an die Stadt übertragen - meinte: "Ich halte dieses Brandschutzgutachten für ziemlich engstirnig gefasst. Aber wir müssen als Stadt dorthin kommen, dass wir nur noch in das investieren, was wirklich genutzt wird." Und das seien nun einmal Mehrzwecksaal, Bibliothek und Klub der Volkssolidarität.

Demnächst befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.