Seit Januar ist die Hansestadt Gardelegen flächenmäßig die drittgrößte Stadt Deutschlands. 18 Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark wurden als Abschluss der Gebietsreform eingemeindet. Damit kamen auch die Mitarbeiter der VG zur Stadt. Für Bürgermeister Konrad Fuchs ist die Eingliederung ein Prozess, der schon vor Monaten mit der Übernahme der ersten VG-Mitarbeiter begonnen hatte – und der mit Beginn des Jahres 2011 "völlig unspektakulär" fortgesetzt wird.

Gardelegen. Es gibt Vorbehalte, Befürchtungen und Ängste auf beiden Seiten – doch Bürgermeister Konrad Fuchs sieht das Zusammenwachsen der beiden Verwaltungen im Zuge der Gebietsreform zumindest äußerlich entspannt. Die neuen Mitarbeiter seien willig, das Zusammenführen von Stadtpersonal und den neuen Kollegen der einstigen VG Südliche Altmark passiere ja bereits und werde gelingen. Der Gedanke, einige Kollegen der VG bereits im Dezember – also vorfristig – in den städtischen Dienst zu übernehmen, sei aber verworfen worden.

Die technischen Voraussetzungen für den Einzug des neuen Personales ins Rathaus beziehungsweise ins Haus II seien geschaffen worden durch einige Umbauarbeiten. So befinde sich die Stadkasse nun direkt im Eingangsbereich des Hauses II. Fuchs verspricht sich davon zugleich mehr Bürgerfreundlichkeit.

Im Gebäude der VG sollen zunächst nur drei Mitarbeiter der VG bleiben, die den Zensus vorbereiten, außerdem sollen dort noch die Haushaltsabschlüsse der 18 Gemeinden erledigt werden, die seit dem 1. Januar Ortsteile der Stadt sind. Leer gezogen werden sollen auf jeden Fall die Baracken des VG-Objektes – auch weil die schlecht isoliert sind.

Auch Ex-VG-Leiter Gerhard Krüger hat seinen Arbeitsplatz noch im VG-Gebäude – zumindest solange, bis sein Antrag auf Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand entschieden ist. Krügers Amtszeit als Beamter auf Zeit endet am 31. Oktober kommenden Jahres. Über seinen Antrag wird der Hauptausschuss entscheiden.

Das kann aber erst im Februar passieren. Denn erst am 31. Januar tagt der neue Stadtrat das erste Mal. Er wird die Ausschussbesetzung festlegen – erst dann können die Ausschüsse tagen.

Krüger hat in der Vergangenheit wiederholt zu erkennen gegeben, dass er von der Eingemeindung nichts hält. Sein Antrag macht zudem deutlich, dass er in der neuen Einheitsgemeinde Stadt Gardelegen nicht arbeiten möchte. Falls der Hauptausschuss seinen Antrag annehmen wird, würde er bis zum Ende seiner Amtszeit 75 Prozent seines bisherigen Beamtensalärs erhalten.

Der Umzug der einstigen VG-Mitarbeiter ins Rathaus und ins Haus II vollziehe sich nach und nach. "Das passiert in aller Ruhe", so Fuchs.

Noch ist deshalb auch das Gebäude der VG-Außenstelle in Mieste nicht leergezogen. Dort soll dann lediglich eine Mitarbeiterin als Ansprechpartnerin für die Bürger der Region ihr Büro haben – aber nur für eine Übergangszeit, wie Fuchs betonte. "Wir werden dort stundenweise Verwaltung anbieten", erklärte der Bürgermeister. Ähnlich werde das in Letzlingen und Jävenitz passieren, wo die bisherigen Gemeindesekretärinnen Inge Freitag und Gerlinde Matthies ebenfalls weiterhin als Ansprechpartner der Einwohner zur Verfügung stehen sollen. Matthies ist zugleich auch Schulsekretärin der Jävenitzer Grundschule.

"Wir werden nach einer Weile auswerten, wie das angenommen wird", sagte Fuchs. Er erinnerte an eine städtische Verwaltungsmitarbeiterin, die jahrelang Sprechstunden in Hemstedt und Berge abgehalten hatte und "sich zu guter Letzt schon Arbeit mit hingenommen hat, damit sie da nicht nur rumsaß".