Gardelegen (dly) l Nachdem der Stadtrat den Kauf des Gardeleger Bahnhofes abgelehnt hatte, fand sich vor einem Jahr ein Privatunternehmen als neuer Besitzer. Öffentlich in Erscheinung treten möchte die Eigentümer-Gesellschaft auch ein Jahr nach dem Kauf noch nicht - Vorstellungen für die Zukunft gibt es allerdings schon, wie ein Mitarbeiter im Gespräch mit der Volksstimme sagte.

Stück für Stück soll das Gebäude renoviert werden. Unter anderem wird demnächst eine Wohnung hergerichtet, eine Art Hausmeisterwohnung. Für den rechten Bereich, das ehemalige Spritzenhaus, vor dem sich einige Taxistellplätze befinden, wünscht sich der Besitzer ein gastronomisches Angebot. Das könnte ein Imbiss sein oder ein Bistro, aber auch eine richtige Bahnhofsgaststätte mit Biergarten ist vorstellbar. Noch steht in dem Bereich eine alte Garage, die aber abgerissen werden soll, was Raum für Freiluftplätze vor dem Restaurant bieten würde.

Für das Hauptgebäude stellt sich der Besitzer vor, im Obergeschoss acht bis zehn Fremdenzimmer, jeweils mit separatem Bad, herzurichten, die dann von einer bereits in Gardelegen ansässigen Pension als zweites Haus, als eine Art Außenstelle, genutzt werden könnte. Fahrschule, Backshop, Zeitschriften, Restaurant mit Feiermöglichkeit im Palmsaal - für das Erdgeschoss können sich die Bahnhofsbesitzer Verschiedenes vorstellen. "Das Gebäude ist multifunktional einrichtbar", sagte der Mitarbeiter. Was von den Ideen allerdings wirklich umgesetzt wird, hängt vom Interesse möglicher gewerblicher Betreiber ab. Denn investiert werden soll erst, wenn es ganz konkrete Verhandlungen gibt und dann längerfristige Verträge mit Mietern. Um denen einen Kontakt zu nennen, hängen am Bahnhofsgebäude Zettel mit Telefonnummern - allerdings auch dort ohne Angabe des Eigentümers.

Für die Fassadensanierung würde der Besitzer gern Fördergeld von der Stadt nutzen. Eine erste mündliche Anfrage sei aber negativ beschieden worden. Das bestätigte Bauamtsleiter Engelhard Behrends gestern auf Nachfrage und begründet dies so: "Der Stadtrat hatte andere Schwerpunkte gesetzt." Darum war zum Zeitpunkt der Anfrage der Fördertopf leer. Dennoch stehe es dem Bahnhofsbesitzer frei, bei der Stadt einen Antrag einzureichen, um Geld aus dem Fördertopf Stadtumbau Ost nutzen zu können.