Ein musikalisches Kontrastprogramm zu Feuerwerk und Böllerei war am Silvesterabend in der Marienkirche Gardelegen zu erleben. Unter dem Titel Prunk und Herrlichkeit spielten und sangen Mirjam und Wieland Meinhold als Duo Vimaris einige Werke des großen Hallenser Komponisten Georg Friedrich Händel und konnten damit das Publikum begeistern.

Gardelegen. "Der Silvestertag ist für uns Künstler ein ganz normaler Arbeitstag", sagte Wieland Meinhold, Universitätsorganist in Erfurt und Weimar. Er war am Silvesterabend zusammen mit seiner Frau und musikalischen Partnerin Mirjam Weinhold als Duo Vimaris zu Gast in der Gardeleger Marienkirche. Vor Konzertbeginn wärmten die Künstler sich und ihre Instrumente im Gemeindezentrum auf. Sie waren gerade mit ihrer zehnjährigen Tochter Livia-Maria Meinhold von einem Konzert in der Schlosskirche Ludwigslust gekommen.

Punkt 22 Uhr hatten sich etwa 40 Besucher im Gotteshaus eingefunden, um zum Jahreswechsel ein Feuerwerk musikalischer Art zu erleben. Vor der Tür krachten und böllerten schon vereinzelt Raketen. Und das Duo Vimaris bereitete sich auf den Einsatz vor. Während Wieland Meinhold an der Orgel saß und spielte, stand Mirjam Meinhold am Rand der Empore und sang. Die Sopranistin beeindruckte mit Kraft und Klarheit und der Arie der Arianna: "Se nel bosco resta solo" aus der Oper "Arianna in Creta." Die Künstlerin ist neben den vielen Konzertreisen Mitglied des Opernensembles des Deutschen Nationaltheaters Weimar.

Das Programm war dann auch ausnahmslos geprägt vom Werk des in Halle geborenen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel und den unterhaltsam dargebotenen Ausführungen des Organisten über das Leben des großen Komponisten, der eine divenhafte Sängerin sogar einmal aus dem Fenster gehalten haben soll. "Danach hat sie anständig gesungen", so Wieland Meinhold mit einem verschmitzten Lächeln.

Ein überaus emotionaler Höhepunkt gelang den Künstlern mit der Gänsehaut-Arie "Lascia ch‘io pianga" aus der Oper Rinaldo.

Versunken in den wunderbaren Klängen des Duos lauschte das Publikum dem Prunk und der Herrlichkeit der händelschen Musik und bedankte sich zum Ende des Konzertes mit reichlich Applaus für diese sehr schöne musikalische Alternative zu Tischfeuerwerk, Raketenböllern und dem Dinner for One.

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