Den Arbeitseinsatz auf dem Kita-Gelände verbanden die Eltern und Kinder der Engersener Kita Grashüpfer am Sonnabend mit der Verabschiedung ihrer bisherigen Leiterin. Anja Freist war 20 Monate Chefin. Ein neues Gesicht ist der jetzige Leiter nicht, denn er arbeitet bereits seit einem Jahr in Engersen.

Engersen l Es ist eine Ausnahme, nicht nur in Region, sondern auch bundesweit. Nur selten leiten Männer Kindertageseinrichtungen. In Engersen ist dies nun der Fall - und es ist eine ganz besondere Situation. Axel Freist, der bereits seit mehr als einem Jahr bei den Grashüpfern als Erzieher tätig ist, übernimmt die Leitung. Es war in gewisser Weise eine Übergabe innerhalb der Familie, denn 20 Monate leitete seine Frau Anja Freist die Einrichtung in Engersen, seitdem diese in Trägerschaft des Sportvereins ist. Anja Freist wird sich nun wieder auf ihre Leiterinnentätigkeit in der Jercheler Kita Hollerbusch konzentrieren.

Dass ihr Mann ihre Position übernimmt, "war nicht ursprünglich so angedacht, aber es hat sich so ergeben", sagte der 46-Jährige. Der gebürtige Magdeburger lebt seit 14 Jahren mit seiner Familie in Jerchel, ist Diplom-Sozialpädagoge und war in seinem Beruf bereits in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig: bei der Betreuung Jugendlicher und als Reha-Berater in Magdeburg.

Deshalb bot das Jahr als Erzieher bei den Grashüpfern die Möglichkeit, herauszufinden, ob ihm die Arbeit mit den Jüngsten liege. "Aber ich wusste schon recht genau, was auf mich zukommt, denn ich war selbst zweimal bei unseren Kindern in Elternzeit", so der Jercheler. Zurzeit absolviert er die Qualifizierungsmaßnahme zum Einrichtungsleiter, die in dieser Woche endet.

Zwölf Kinder besuchen derzeit die Grashüpfer-Kita, im Juni kommen drei weitere dazu, im Herbst seien es laut Plan dann 17, berichtete Madeleine Bierlich, die Verantwortliche des Sportvereins für die Kita. Neben Freist sind Karin Hornburg und Graziella Calabrese tätig.

Für seine Frau gab es zur Verabschiedung ein großes Fotoplakat und zwei Konzertkarten für "Nobody Knows" in der Orangerie des Zichtauer Gutes. Bierlich dankte mit herzlichen Worten für "die 20 Monate, in denen wir an fast jedem Tag telefonisch, per E-Mail oder persönlich Kontakt hatten und du uns mit Rat und Tat unterstützt hast".

Beim Treffen am Sonnabend ging es jedoch nicht nur um die Verabschiedung, sondern es wurde gearbeitet. Während die Frauen die Fenster putzten, kümmerten sich die Männer draußen um ein kaputtes Spielgerät und einen Baumstumpf, der verschwinden sollte.

Positiv blickte Bierlich auf den Besuch einiger Stadtratsmitglieder am Mittwoch zurück, als der Sportvereinsvorsitzende Christian Jung die bisher umgesetzten Baumaßnahmen zeigte und auf die hinwies, die noch nötig sind. Darunter fällt ein Türdurchbruch, um einen recht großen Garderobenraum zu einem Gruppenraum umzugestalten. Dann wäre es problemlos möglich, bis zu 20 Kinder zu betreuen. "Wir hoffen, dass es noch Geld von der Stadt gibt", sagte Bierlich. Um zu verdeutlichen, wieso das Geld benötigt werde, hatte Bierlich die Stadtratsmitglieder eingeladen. Der Hauptausschuss hatte sich gegen eine weitere finanzielle Unterstützung der Kita ausgesprochen (wir berichteten).

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