Das Kalbenser Kulturhaus ist fast schon so etwas wie ein zweites Wohnzimmer für Die Ladiner. Wie oft das Duo dort schon aufgetreten ist, vermag es wohl selbst kaum zu sagen. Doch auch am Sonnabend war der Saal wieder voll. Und das lag ganz sicher auch am großen Rest der Künstler.

Kalbe l Eben noch im MDR-Fernsehen, jetzt schon auf der Kalbenser Showbühne. "Da fragen Sie sich sicher: Wie haben die das nur gemacht?", scherzt Peter Kunze, ein Teil des Duos Kathrin Peter. Dieses war doch noch am Vorabend, wenn den Fernsehbildern Glauben geschenkt werden darf, mit der Dampflok von Meiningen nach Dresden unterwegs, hat dabei die Sendung "Fahrende Musikanten" moderiert. Nun singt, tanzt und witzelt das Paar - übrigens zum ersten Mal - im Kalbenser Kulturhaus. Und fast scheint es, als würde es dort den Ladinern den Rang ablaufen. Dabei sind sie doch die eigentlichen Gastgeber jenes Festivals, das rund 450 Gäste in den Saal gelockt hat.

Wie oft Johann Stuffer und Otto Demetz, eben die beiden Ladiner, schon in der Milde-Stadt aufgetreten sind, das vermögen sie selbst kaum zu sagen. Es waren schon einige Male. "Aber es ist immer wieder neu", sagt Manfred Körtje aus Gardelegen begeistert. Gemeinsam mit seiner Frau Edeltraud sitzt er mal wieder in der ersten Reihe. Schon häufiger hat sich das Ehepaar ein Ladiner-Festival in Kalbe angesehen - und auch an diesem Sonnabend wieder einen schönen Nachmittag verlebt, so wie die meisten anderen Gäste auch. Denn am Ende gibt es für die auftretenden Künstler stehende Ovationen.

Und zu diesen Künstlern gehören auch Die Bergkameraden, die laut Mitglied Cornelius von der Heyden "einen Rucksack voller Lieder" mit dabei haben. Die sechs Männer in den roten Joppen, allesamt ausgebildete Sänger, werden gern mal als Boygroup der Volksmusik bezeichnet. Allerdings lässt sich nicht ganz verhehlen, dass auch einige von ihnen schon in die Jahre gekommen sind. Der Stimmung, die sie verbreiten, schadet das allerdings nichts. Erst recht nicht, als solche Bergsteigerhymnen wie "La Montanara" erklingen.

In die Berge, genauer gesagt die italienischen Dolomiten, entführen aber auch Die Ladiner mit ihren Liedern. Dort sind sie schließlich zu Hause. Dorthin laden sie sich auch gern Gäste ein. "Kommt uns besuchen", fordern sie musikalisch. Und das Publikum würde wohl am liebsten folgen, zumal im Hintergrund Bilder aus Ladien zu sehen sind.

Spärliche Bühnendekoration

Das war es dann, abgesehen von ein paar Kunstblumen, aber auch schon mit der Bühnendekoration. Von anderen Veranstaltern, die Ähnliches organisieren, ist das Kalben- ser Publikum anderes gewöhnt. Mehr Opulenz. Mehr Farbenpracht. Zuweilen wirken die Künstler etwas verloren auf der riesigen Holzbühne. Doch sie verstehen ihr Handwerk und füllen sie die meiste Zeit mit ihren Stimmen und ihrer Präsenz aus. Da tanzt dann am Rand selbst das Servicepersonal.

Präsent sind die Künstler auch vor und nach der Show sowie während der Pause - und zwar am Autogrammstand. Dort gibt es nicht nur frisch unterschriebene Fotos von den Ladinern, den Bergkameraden und Kathrin Peter, sondern dort können auch Ton- und Filmträger erworben werden. Und sogar Wein und Schinken haben Die Ladiner im Angebot, damit das Publikum noch mehr Lust auf eine Reise in die Dolomiten bekommt und der Aufforderung "Kommt uns besuchen" wirklich nachkommt.

   

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