Er war zu riechen, zu schmecken, zu fühlen, zu hören und natürlich auch zu sehen: Der Frühling sprach am Sonnabend auf dem Zichtauer Gutshof alle Sinne an. Hunderte Menschen aus der Region ließen sich davon verzaubern.

Zichtau l Detlef Buchholz nahm einen tiefen Atemzug vom Austern-Seitling. Der aromatische Baumpilz sah nämlich nicht nur interessant aus, sondern duftete auch auf ganz besondere Weise nach Pilzen, nach frischem Wald und irgendwie auch ein bisschen nach Frühling. Zudem waren die Sporengewächse - ganz besondere Sorten übrigens - auf dem Tisch von Manuela Saitzek im Zichtauer Rinderstall auch toll anzusehen. Spontan nahmen der Klötzer und seine Ehefrau Anneliese mal eine Portion für den heimischen Herd mit. Und da ging es ihnen wie vielen anderen Besuchern des Gartentages auf dem Zichtauer Gutshof: Sie ließen sich einfach von den Angeboten der Händler inspirieren und verführen.

So boten Gärtner und Händler die schönsten Pflanzen an, Kräuter dufteten in kleinen Töpfchen und luden ebenfalls zum Schnuppern ein, und auch mit Sämereien für die kommenden Gartenwochen konnten sich die Besucher schon einmal eindecken.

Die Lust am Gestalten war aber nicht nur floraler Natur - auch tolle Dekoartikel waren an zahllosen Ständen zu bewundern und natürlich zu erwerben. Ganz spezielle Schmuckstücke zur nahen Osterzeit stellten Hobbykünstler in der Orangerie vor. Dort gab es nicht nur dekorative Ostereier in allen Farben und Gestaltungsarten - von der sorbischen Wachsmaltechnik bis hin zum filigran durchbrochenen Straußenei -, auch Gestecke, Keramik oder Filzarbeiten wurden hier feilgeboten. So mancher Besucher ging dabei auch ein bisschen auf Diebestour: stahl Ideen, aber natürlich nur mit den Augen. Und auch die Künstler sahen sich gern bei den Mitbewerbern um. Keramikerin Hilde Preetz, die selbst einen Stand hatte, schaute sich zum Beispiel mit Ehemann Günter die Holzschnitzereien vor dem Rinderstall an. Und die durften - im Gegensatz zu so manchem zerbrechlichen Osterei - natürlich nicht nur angeschaut, sondern auch angefasst werden.

Wie immer hatten die Orgagisatoren der Zichtauer Gar- tenakademie und des Gutshofes auch wieder an das leibliche Wohl ihrer Besucher gedacht: Von Süß bis Herzhaft reichte das Angebot der mobilen Anbieter. Im Kornspeicher gab es sogar ein kleines Café. Dort konnten die Besucher frisch gebackenen Kuchen und Kaffee genießen.

Die meisten Gäste zog es bei dem herrlichen Frühlingswetter allerdings an die frische Luft. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich ein bisschen im Nutzgarten und im Park umzuschauen. Und wer dort einen Moment verweilte, der konnte - etwas abseits vom Trubel - sogar den Specht und die unterschiedlichsten Singvogelstimmen hören.

In Zichtau forderte der Frühling also tatsächlich alle Sinne.

   

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