Absolut sehenswert war das Anspiel der Jugendlichen aus dem neuen Pfarrverband Calvörde-Uthmöden, das am Mittwochabend noch einmal in der Jeseritzer Kirche zu sehen war. An den Jugendlichen, so scheint es, sind Schauspieltalente verloren gegangen.

Jeseritz. Eine tolle Leistung haben die Jugendlichen aus dem Pfarrverband Calvörde-Uthmöden mit dem Krippenspiel für Heiligabend vollbracht. Das fanden am Mittwochabend auch die Besucher in der Jeseritzer Kirche. Dort zeigten die Jugendlichen am Abend vor dem Dreikönigstag noch einmal das Krippenspiel, das allerdings weit mehr war, als nur eine einfache Nacherzählung der Geschichte von der Geburt Jesus Christus.

Die Jugendlichen lernten das Heiligenhafener Sternsingerspiel auswendig, das der Maler, Zeichner und Schriftsteller Fritz Grasshoff geschrieben hatte. Er lebte von 1913 bis 1997 und war nach dem Krieg interniert. 1945 schrieb er das Sternsingerspiel, das nach Ansicht von Pfarrer Andreas Knauf am deutlichsten den Gedanken von Weihnachten widerspiegelt. "Es kommt ohne Gags und ohne große Requisiten aus", sagte Knauf. Und damit hatte er Recht. Vielmehr schien das Stück seine Wirkung durch die sparsame Requisite und Kostümierung der Jugendlichen erst seinen wahren Charakter entfalten zu können.

Das Stück begann mit drei Männern, die sich als Heilige Drei Könige verkleidet haben, unter ihren Kostümen aber einfache Männer sind, die den Krieg erlebt haben und froh sind, noch am Leben zu sein. Gespielt wurden sie von Tim Röscher aus Jeseritz, Gérard Schulz aus Wieglitz und Matthias Höfer aus Calvörde. Als Sternsinger verkleidet bekamen sie für ihre Darstellung Spenden von anderen Menschen, die zwar auch nicht viel haben, aber gern bereit sind, etwas von dem bisschen, was ihnen nach dem Krieg noch geblieben ist, abzugeben.

Nach dieser ersten Szene folgte eine Szene, in der Hirten – dargestellt von Paul Heitmann aus Jeseritz, Tammy Nisar aus Wieglitz und Nicole Bösche aus Calvörde – in der Christnacht ein strahlendes Licht am Himmel entdecken. Sie bekommen Besuch von den drei Sternsingern und machen sich danach auf den Weg, dem Licht zu folgen, und gelangen so in der letzten Szene des Stückes an die Krippe, in der Joseph (Philipp Franke aus Elsebeck) und Maria (Carolin Wolf aus Calvörde) Unterschlupf gefunden haben.

Am Ende der Inszenierung sangen die Jugendlichen gemeinsam mit den Besuchern in der Jeseritzer Kirche die Lieder Stille Nacht und Oh, du fröhliche, bevor sie mit Applaus für ihre Darbietung belohnt wurden.

Knauf sagte, er wolle dem Pfarrbereich das Krippenspiel als Vermächtnis hinterlassen. Denn im Sommer wird Knauf sich in den Ruhestand verabschieden, so dass es das letzte Weihnachtsfest mit ihm als Pfarrer war. Einen Nachfolger gebe es noch nicht, berichtete Knauf im Anschluss an das Krippenspiel. Die Ausschreibung der Stelle sei aber bereits auf den Weg gebracht.

Knauf lud die Besucher außerdem zu einem Gottesdienst am 16. Januar in Calvörde ein. Mit dem Gottesdienst soll die Zusammenlegung der beiden Pfarrbereiche Calvörde und Uthmöden – ein historisches Ereignis, laut Knauf – offiziell gefeiert werden. Der Gottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken beginnt um 13.30 Uhr.

 

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