Gardelegen (cah) l Fertig ist er eigentlich schon seit vielen Monaten, aber genutzt werden konnte er noch nicht: der neue Bürgerpark auf dem ehemaligen Gelände des Agrochemischen Zentrums (ACZ) am Burgwall. Am morgigen Donnerstag, 17. April, sollen die Zäune entfernt werden. Die neue grüne Oase auf sechs Hektar Land nahe des Stadtzentrums wird eingeweiht. Und dazu sind alle Bürger eingeladen, teilte Bürgermeister Konrad Fuchs mit. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr an der Landesfeststele am Burgwall. Dort wird Fuchs zunächst eine kurze Rede halten, ebenso der zuständige Landschaftsarchitekt Marcel Adam. Dann wird das obligatorische Einweihungsband durchtrennt. Es folgt eine Führung über das Gelände bis hin zu den Wällen, die mit einigen Spielgeräten der etwas anderen Art bestückt sind. Dort wird es auch einen Imbiss geben.

Die Umgestaltungsarbeiten auf dem ehemaligen ACZ-Gelände hatten Anfang 2012 mit dem Abbruch der alten Betonhallen begonnen. Allein 10000 Quadratmeter Dacheindeckung aus Asbest mussten entsorgt werden. Der Abbruch kostete 467000 Euro. 80 Prozent der Kosten wurden aus dem Landesprogramm für Altlastenbeseitigung und Bodenschutz gefördert. Es folgte dann die Umgestaltung des sechs Hektar großen Areals mit weitläufigen Wiesenflächen, die mit bepflanzten Inseln gestaltet sind. Nahe des Burgwalls befindet sich ein Bereich mit den Bäumen des Jahres. Dazu sind an vielen Stellen, auch direkt am Lausebach, Sitzecken angeordnet. Eine Allee führt die Besucher in Richtung Schloss Isenschnibbe. Angelegt wurde auch eine Kunsteisbahnfläche, die im Winter geflutet werden soll. In die Umgestaltung wurden knapp 800000 Euro investiert. Auch dafür gab es Fördergeld.

Möglich wurde die Renaturierung der alten Asbestbetonbrache durch die Erschließung des Industriegebietes Ost 1 an der Stendaler Chaussee. Damit verbunden waren umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aufgrund der Flächenversiegelung etwa durch Straßen und Gehwege im Industriegebiet. Zur Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen konnte die Stadt das einstige ACZ-Gelände am Burgwall nutzen und damit nicht nur einen städtebaulichen Missstand im Stadtkern beseitigen, sondern gleich auch noch einen neuen Erholungsort für Einheimische und Besucher schaffen. Die Einweihung hatte sich verzögert, da aufgrund der Trockenheit im vorigen Jahr der Rasen keine feste Grasnarbe bilden konnte.