Aus maroden Hallen und verschmutztem Boden ist für 1,43 Millionen Euro ein Schmuckstück geworden. Am Donnerstag wurde der Bürgerpark auf dem ehemaligen ACZ-Gelände für die Öffentlichkeit freigegeben.

Gardelegen l Landschaftsarchitekt Marcel Adam brachte den früheren Zustand des neuen Bürgerparks auf den Punkt: "Es war ein schrecklicher Ort, es war staubig, es hat gestunken." Einige Gäste nickten zustimmend. Doch nun ist daraus ein Freizeit- und Erholungspark geworden, den gestern viele Gardeleger nach dem offiziellen Scherenschnitt das erste Mal besichtigten. Über die Osterfeiertage wird er sicher Anlaufpunkt für viele Spaziergänger sein. Zu bieten hat das 60 000 Quadratmeter große Areal eine Menge. Holzpodeste und Betonbänke laden zum Verweilen ein, es gibt mehrere Rutschen, Kletterspielgeräte und ein Aussichtsplateau, das den freien Blick zum Schloss Isenschnibbe und über die Altstadt bietet.

"Eine Belastung für die Umwelt und Last für die Stadt."

Bürgermeister Konrad Fuchs sagte, dass das frühere ACZ-Gelände "eine Belastung für die Umwelt und Last für die Stadt war". Er dankte für die Möglichkeit, mit Hilfe von Fördergeld von Land, Bund und EU das Areal mit brachliegenden Lagerhallen zu beräumen. Ingesamt 1,43 Millionen Euro kostete das Projekt, die Stadt zahlte 400 000 Euro aus Eigenmitteln.

Die Planungen hatten 2010 begonnen, 2011 wurden die Grundstücke erworben, vor zwei Jahren begann der Gebäudeabbruch, 2013 waren die Landschaftspflegemaßnahmen abgeschlossen. Ein langer Winter und trockener Sommer sorgten jedoch dafür, dass die Eröffnung erst jetzt erfolgen konnte. Fuchs dankte auch den Gardelegern, die sich in die Gestaltung des Areals eingebracht hatten: "Es kamen gute Vorschläge von Ihnen." Als Beispiel nannte er die alte Bahnbeleuchtung, die auf die frühere Nutzung verweist. Dass die Bürger einbezogen worden waren, nannte Fuchs "gut, wichtig und richtig".

"Wir wollten aus den alten Strukturen etwas Neues schaffen", erläuterte Planer Marcel Adam, der 2006/07 bereits die Umgestaltung des Walles begleitete hatte. Und deswegen gibt es nun auch sogenannte Schotterbeete, für die der alte Schotter der Gleisanlagen genutzt wurde. Er wurde durchgesiebt. Die neuen Schotterbeete markieren den Verlauf der ehemaligen Bahntrasse. Angrenzend an die Burgstraße sind 44 neue Parkplätze entstanden. Geblieben sind auch die Großsteinpflasterflächen gleich im Eingangsbereich.

In großen Mengen musste kontaminierter Boden ausgetauscht werden. Die vorhandenen Graswälle im hinteren Wiesenbereich, wo am Donnerstag auch einige Schafe grasten, wurden neu modelliert und mit zahlreichen Spielgeräten bestückt. Wer will, kann das Aussichtsplateau mit Holzpodest über einen kleinen Weg erklimmen - oder direkt an der Schräge auf den Hügel hochgehen.

"Beim ersten Spatenstich das Gefühl, man ist in der Sahel-Zone."

Ausführlich erläuterte Adam, warum es so lange gedauert habe, bis die Vegetation vorangeschritten war. Es sei eine Saatgutmischung verwendet worden, bei der die Pflanzen extrem langsam wachsen, um den Pflegeaufwand perspektivisch gering zu halten. Dann kam die Witterung dazu. Adam: "Beim ersten Spatenstich hatte man das Gefühl, man ist in der Sahel-Zone."

Die Bäume, die es gab, wurden erhalten, die Staudenbeete mit Pflanzen gestaltet, die mit dem Wasser auskommen, das die Natur bietet, etwa Feldrosen. So wie die ländliche Idylle im hinteren Bereich mit den Schafen aussah, soll künftig die Pflege sein. Ein Großteil des Bürgerparks soll von den Schafen von Schäfermeister Joachim Gaudian aus Gardelegen gepflegt werden.