Eine Bürgerbefragung zur Fußgängerzone, ein Ideenwettbewerb und ein Gesamtkonzept zur Innenstadtbelebung - das sind die Kernpunkte der zweiten Versammlung im Rahmen der Innenstadtoffensive "Stadt im Gespräch". Das Gesamtkonzept soll bis zum Herbst vorliegen.

Gardelegen l Pro und Contra Fußgängerzone - die Diskussion gibt es seit vielen Jahren und zwar seit der Einführung der Fußgängerzone in der Ernst-Thälmann-Straße. Im Rahmen der von der Verwaltung gestarteten Innenstadtoffensive "Stadt im Gespräch" zur Belebung der Innenstadt ist auch dieses Thema erneut wieder aufs Tapet gekommen. Jetzt wollen es die Akteure genau wissen. Eine Bürgerbefragung soll dazu gestartet werden. Das ist ein Ergebnis der zweiten Versammlung zur Innenstadtoffensive, die am Mittwochabend im Rathaussaal stattfand. Allerdings mit deutlich weniger Beteiligung als bei der ersten Versammlung Ende Februar. Damals waren im Rathaussaal keine freien Plätze mehr zu finden. Am Mittwochabend waren ungefähr 20 Interessenten der Einladung dazu gefolgt, informierte gestern vor Pressevertretern Mandy Zepig von der Stadtverwaltung. Sie hat die Innenstadtoffensive ins Leben gerufen.

Knöllchenpraxis soll gesondert beraten werden

Im Rahmen der ersten Versammlung wurden drei Arbeitsgruppen gegründet: Parken und Fußgängerzone, Innenstadt sowie Marketing und Tourismus.

Zur Verbesserung der Parksituation schlage die Arbeitsgruppe Parken und Fußgängerzone vor, mit innerstädtischen Grundstückseigentümern, die auf ihren Höfen Parkflächen haben, zu verhandeln, inwieweit sie diese für Nutzer zur Verfügung stellen, die in der Innenstadt beruflich tätig sind, etwa für Bankmitarbeiter. Die würden dann nicht mehr die öffentlichen Parkplätze nutzen müssen. Die wären dann für Besucher frei. Darüber hinaus soll die Bürgerbefragung zur Fußgängerzone gestartet werden. Über die Knöllchenvergabe für Überschreiten der Parkzeit soll gesondert beraten werden. "Es ärgert die Besucher, wenn sie nach drei Minuten Überschreiten der Parkzeit schon einen roten Zettel am Auto haben", gab Mandy Zepig die Meinung der Gruppe wieder.

In der Arbeitsgruppe Tourismus und Stadtmarketing sei herausgearbeitet worden, dass für diesen Bereich unbedingt ein Konzept erarbeitet werden müsse. "Wir müssen im Vorfeld wissen, womit wir werben wollen: mit Reutter, mit den Feldsteinkirchen oder mit Gardelegen als flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands", so Zepig. Die Arbeitsgruppe, die von Mandy Botzler, in der Verwaltung für die Kulturarbeit verantwortlich, geleitet wird, soll bis zum Herbst ein Konzept erarbeiten.

Die Arbeitsgruppe Innenstadt wolle auf Vorschlag von Dirk Kuke aus Weteritz einen Ideenwettbewerb starten. Gesucht seien Ideen, mit denen die Innenstadt zum Erlebnis-ort gestaltet werden könne. Gesucht werden auch Ideen für besondere Veranstaltungen.

Das größte Picknick der Region auf dem Wall

Denkbar sei, zum größten Picknick der Region auf den Wall einzuladen. Wichtig sei der Arbeitsgruppe auch der Erhalt der Stadtmauer. Dazu habe Roland Plötz, Mitglied der Arbeitsgruppe, einen interessanten Vorschlag eingebracht: eine Spendenaktion ähnlich wie die Stuhlspendenaktion für die Nikolaikirche. Die Spender beteiligen sich finanziell am Erhalt und Wiederaufbau der Stadtmauer. Im Gegenzug könnten sich die Spender mit einer Namenskarte auf den Stadtmauersteinen verewigen.

Darüber hinaus soll ein Pool geschaffen werden für Hausverkäufer und Hauskäufer. "Das könnte unter dem Motto - schöne alte Häuser, bloß keiner kauft sie - stehen", sagte Mandy Zepig. Diese Idee habe Innenstadtbewohner Mathis Schubert eingebracht.

Darüber hinaus könnten die Händler der Stadt die ehemalige Vereinsseite auf der Homepage der Stadt für Werbung nutzen, sich dort eintragen und verlinken lassen. Die Vereine seien jetzt im Kulturatlas enthalten. Somit sei dieses Fenster der Internetpräsentation für die städtischen Geschäftsleute frei.

Während die Bürgerbefragung zur Fußgängerzone und der Ideenwettbewerb in Kürze gestartet werden sollen, hätten sich Akteure am Mittwochabend geeinigt, bis zum Herbst ein Gesamtkonzept vorzulegen. Das soll dann auch im neuen Stadtrat beraten werden. Die nächste Versammlung findet ebenfalls nach der Sommerpause statt.