Auf 27 000 ist die Zahl der archäologischen Funde in der Burgstraße inzwischen angewachsen. Geplant war, dass die Parkplatzfläche mit den zwei Brunnen mit Hilfe einer Drohne fotografiert wird, um entzerrte Aufnahmen von oben zu haben. Die Technik funktionierte jedoch nicht.

Gardelegen l Das Ende der Bauarbeiten an der Burgstraße naht und das Ende der archäologischen Arbeiten noch schneller. Auf ingesamt 27 000 dokumentierte Funde ist die Zahl inzwischen gestiegen, berichtete Archäologe Dr. Uwe Fiedler (Berlin). Freigabe für das bauliche Großprojekt der Stadt soll am 24. Mai sein. Geplant ist auch kleine Ausstellung mit archäologischen Funden, kündigte Fiedler an.

In Aufzeichnungen des Pfarrers Christoph Schulze, Pfarrer von St. Marien, von 1668 entdeckte Fiedler, dass der letzte Abschnitt der Burgstraße kurz Röster genannt wurde, weil ein Rösterbaum (eine Ulme) dort stand. Der Bereich schloss auch den so genannten Schinderwinkel ein.

Direkt neben dem Baum stand der Brunnen, den die Archäologen vor wenigen Tagen fanden. "Er war wie der Brunnen 1 an der Ecke Klingberg auch nach Verlegung der Trinkwasserleitungen 1910 für mindestens zwei Jahrzehnte noch funktionsbereit", so der Archäologe. Eine Anwohnerin der Wächterstraße habe berichtet, dass er noch im Februar 1929 genutzt worden sei, als wegen des strengen Frostes die Trinkwasserhauptleitung eingefroren war, erzählte Fiedler. Gefunden wurden auch Teile von zwei Klappwagen. Fiedler: "Das ist schon etwas Besonderes." Eines stammt von einer 40 Zentimeter großen, verzierten Waage, die laut Fiedler für Gewürze genutzt wurde. "Waagen sind Zeichen für die Kaufmannschaft und ein Zeichen dafür, dass in der Burgstraße auch die Oberschicht gewohnt hat", sagte der Archäologe. Im vorderen Straßenbereich wiesen zahlreiche Scherbenfunde auf das Töpferwesen und damit ansässige Handwerker hin.

Reitersporn auf Parkplatzfläche gefunden

Grabungszeichner Reinhard Heller fand zudem einen Reitersporn auf der Fläche, die nun ein Parkplatz wird. Vor wenigen Tagen wurden die Kellergewölbe verfüllt, so dass nun der Baugrund für den Parkplatz bereitet ist. Geplant war zuvor, dass von der Fläche mit den zwei Brunnen, wo einst vier Häuser standen, entzerrte Fotoaufnahmen mit einer Drohne des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie gemacht werden, doch die Technik versagte.

 

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