Die Gardeleger Eisspringer haben am Sonnabend sportlich das neue Jahr begrüßt. Nach einem kurzen Waldlauf zur Erwärmung sprangen die Frauen und Männer dann beherzt und fröhlich in das zwei Grad kalte Wasser des Silbersees. Viele Zuschauer verfolgten das Spektakel – warm angezogen – vom Ufer aus.

Gardelegen. Strahlender Sonnenschein, dazu acht Grad Lufttemperatur – ideale Bedingungen für ein Eisbad im Wasser des Silbersees (auch als schwarzer Pfuhl oder Königssee bekannt). Für die Zuschauer am Uferrand sorgte der Sonnenschein geradezu für gefühlte Frühlingswärme. "Ich wollte schon absagen, weil es zu warm ist", scherzte dann auch Helmut Kobert, Mitbegründer der Gardeleger Eisspringer, bevor er noch einmal zur Sicherheit das Thermometer ins Wasser hielt. Zwei Grad kalt – brrrr, bibberten da einige der Zuschauer. Nicht aber die Eisbader, die seit Anfang Oktober jeden Sonntag ein Eisbad im Silbersee nehmen. Und das mit großer Begeisterung.

Beim traditionellen Neujahrsbaden am Sonnabend gingen die Frauen und Männer dann auch mit sichtlichem Vergnügen und ohne ein Wort der Klage über die Kälte ins Wasser. Nach einigen Minuten stiegen die Eisspringer wieder aus dem Wasser. Einigen Unerschrockenen reichte das aber nicht, sie nahmen gleich dreimal ein Eisbad im kühlen Wasser des Silbersees.

Währenddessen hatten die Frauen der Eisbader am Ufer den Glühwein schon erhitzt, dankbar angenommen von den Eisbadern und Zuschauern. Außerdem gab es belegte Brote, Schmalzstullen, Waffeln und Kuchen, dazu Kaffee und Tee.

"Wir hatten dieses Mal eine sehr gute Saison. Der Silbersee war schon Anfang Dezember zugefroren", erzählte Ralph Kobert, Chef der Gardeleger Eisspringer. Aktuell sei die Eisdecke zwölf Zentimeter dick. Bevor die Eisbader ihr kaltes Vergnügen starten konnten, musste das Eis aufgehackt werden.

Zu den Gardeleger Eisspringern gehören etwa 20 Frauen und Männer. Neu im Bunde der Eisbader ist Hannelore von Baehr. "Das soll gesund sein", sagte die 70-Jährige und lachte. Angefangen hat sie Anfang Oktober. Seitdem springt sie mit ihrem Mann Christian jeden Sonntag in den Silbersee. "Das kribbelt hinterher so schön. Man fühlt sich wohl", sagte von Baehr. Das liege allerdings nicht nur am Eisbad, sondern auch an der ganzen Gruppe der Eisbader. "Die sind schon eine tolle Truppe. Das macht einfach Spaß", schwärmte Hannelore von Baehr.

Das gesellige Beisammensein mit der Familie war vor vielen Jahren auch der eigentliche Ursprung des Neujahrsbadens. Mittlerweile ist der eisige Badespaß zu Beginn eines Jahres zur Tradition geworden und zieht jährlich auch viele Zuschauer an.

Doch die Gardeleger Eisbader sind nicht nur am Silbersee aktiv. Sie beteiligen sich auch an anderen Treffen Gleichgesinnter. Gestern beispielsweise haben sie ihre Heimatstadt – gut sichtbar mit gelben Pullis und Mützen – beim siebenten Arendseer Winterbadetag vertreten. Am 29. Januar nehmen sie am ebenfalls traditionellen Winterbaden in Ferchland teil.

Und am ersten Sonnabend im nächsten Jahr heißt es dann wieder am Silbersee: Prosit Neujahr 2012.

 

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