Vorm Stendaler Theater der Altmark weht seit kurzem auch die Fahne der Einheitsgemeinde Kalbe. Diese ist an einer Intensivierung der Zusammenarbeit interessiert. Deshalb fand ein Spitzengespräch zwischen Bürgermeister Karsten Ruth, Intendant Alexander Netschajew und Gastspielleiter Randolph Götze statt.

Kalbe l "Wir wollen das Theater der Altmark wieder nach Kalbe holen - auch für Gastspiele, die außerhalb von Kindereinrichtungen stattfinden." Denn dort, so Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth, gäbe es ja durchaus mal die eine oder andere Aufführung. Ansonsten ist das Theater jedoch nicht in der Stadt präsent.

Und das, obwohl diese doch die einzige altmärkische Kommune ist, die nach einem Bittbrief von Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz einen Zuschuss von 10 Cent je Einwohner für das Theater (TdA) gewährt. Das Geld soll dort dazu beitragen, eine Finanzierungslücke, die in diesem Jahr unter anderem durch tarifliche Lohnerhöhungen entstanden ist, zu schließen (Volksstimme berichtete). Schon als der Stadtrat den Zuschuss im Dezember 2013 absegnete, wurde jedoch auch angeregt, das Theater zu unterstützen, indem dessen Ensemble verstärkt Auftrittsmöglichkeiten in der Kommune erhält. Wie genau das aussehen könnte, darüber berieten nun kürzlich Bürgermeister Karsten Ruth, Intendant Alexander Netschajew und der TdA-Gastspielleiter Randolph Götze.

Das Ergebnis war, dass erst einmal einige kleinere Produktionen wie zum Beispiel der Balladenabend "Was wolltest Du mit dem Dolche, sprich!" nach Kalbe gebracht werden sollen. Allerdings wird dabei einmal mehr deutlich, wie sehr der Stadt der Kleine Kulturhaussaal fehlt. Dieser ist derzeit aufgrund von Brandschutzauflagen - es gibt keinen zweiten Fluchtweg - gesperrt. Die Stadt hat vom Altmarkkreis Salzwedel die Maßgabe erhalten, bis Ende April auf die Forderungen der Brandbekämpfer zu reagieren. "Doch wir haben um Aufschub gebeten und schicken jetzt erst einmal unsererseits einen Planer ins Kulturhaus. Der muss dann gucken, was ist machbar und was nicht. So lange bleiben der Kleine Saal und auch das Kabinett weiter gesperrt", wie Bürgermeister Karsten Ruth betonte.

Er selbst bedauert es außerordentlich, dass der Kleine Saal nicht zur Verfügung steht. Doch wird nun nach anderen Auftrittsorten für das Thea-terensemble gesucht. Möglich wären auch Veranstaltungen unter freiem Himmel, zum Beispiel am Burggiebel oder auf der Freilichtbühne des Kulturhauses. Die Gespräche dazu würden noch laufen, so Ruth.

Bei seinem Termin in Stendal hissten er und Gastspielleiter Götze aber schon einmal die Fahne der Einheitsgemeinde Kalbe auf dem Theatervorplatz. Dort reiht sich diese getreu dem Motto "Wir zeigen Flagge" nun in eine Riege weiterer Kommunen ein.